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06.04.2023

Jahresempfang der Gemeinde Kaufungen - gemeinsam nach vorn blicken

Am letzten Sonntag im März fand nach langer Zeit der Corona-Pandemie im Bürgerhaus Kaufungerwald wieder ein Jahresempfang der Gemeinde statt. Viele Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft waren anwesend, um sich über aktuelle Entwicklungen in der Region zu informieren, beim Gastvortrag Impulse über die Schaffung einer insektenfreundlichen Umwelt zu erhalten und sich gegenseitig auszutauschen. Passend zum Thema gab es auf jedem Platz eine Einladung zur kommenden Infoveranstaltung „Entspanntes Gärtnern“ mit einem Tütchen der bunten „Kaufunger Blumenmischung“ als kleinem Gastgeschenk.

Das Programm begann mit zünftiger Musik des Musikzugs Kaufungen, welcher für eine stimmungsvolle Atmosphäre sorgte – zu diesem Zeitpunkt noch unter Leitung von Klaus Missing.

Bürgermeister Arnim Roß begrüßte die Gäste mit einer Ansprache und bedankte sich zuerst bei der Zivilgesellschaft für den großen, sozialen Zusammenhalt in den schwierigen Zeiten der Pandemie und des Ukrainekrieges, für gegenseitige Hilfe, Besonnenheit und Zusammenarbeit in diesen Krisen. „Haben wir angesichts dessen noch Raum und Kapazität, uns um unser heutiges Thema, den Artenschutz zu kümmern?“, fragte er mit Blick ins Publikum, „Frieden, Umwelt- und Naturschutz zu schaffen und die Bewahrung unserer Freiheit gehören jedoch zusammen und da können wir vor Ort wichtige Beiträge leisten.“ Dass in Kaufungen schon viel Gutes geschehen sei, zeigte der Verwaltungschef anhand von Beispielen auf: Förderung der Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern durch den Ausbau regenerativer Energieerzeugung in der Region, die Gründung des Gemeindewerks, Ausbau der Windkraft sowie zahlreiche Initiativen der Gemeinde und des Klimaschutzmanagements zum Schutz von Natur und Umwelt. „Das alte Wort ‚Global denken – lokal handeln‘ bekommt eine neue Aktualität – wir können nicht nur Schaden begrenzen oder abwenden, sondern umsteuern und neue Strukturen schaffen“, so Roß abschließend.

Auch Landrat Andreas Siebert betonte in seinem Grußwort an das Publikum die Wichtigkeit des bürgerlichen Zusammenhalts in der multiplen Krisenlage: „Wir stehen vor vielen Umbrüchen (Russlandkrieg, Energie, Preisanstieg, Klimakrise, immer noch Corona-Pandemie) und wir müssen - auch im Interesse unserer Kinder - innerhalb der kommunalen Familie aktiv nach Lösungen suchen, die Aufgaben voller Zuversicht annehmen und Aktivitäten entwickeln, mit denen wir eine gute Zukunft gestalten können.“ Dass das Zusammenspiel zwischen Kreis und Kommunen und mit ehrenamtlichen Initiativen dabei herausragend sei, erlebe er beim Bewältigen der großen Herausforderung der Flüchtlingsaufnahme und so dankte er den unzähligen Helfer*innen in Vereinen, Organisationen, Kirchen und Firmen, die auch in Kaufungen in hohem Maße ehrenamtlich aktiv seien.

Es folgte ein interessanter Vortrag von Dr. Kai Füldner, dem Direktor der Städtischen Museen Kassel, zum Thema „Artenvielfalt früher und heute – museales Wissen und aktuelle Entwicklung in der Region“. Anhand einer anschaulichen Präsentation zeigte der Leiter zweier erfolgreicher Kasseler Museen (Naturkundemuseum und Stadtmuseum) kommunale Möglichkeiten auf, eine insektenfreundliche Umwelt zu schaffen und zu erhalten. Lobend erwähnte er dabei ortseigene Projekte wie das „Blühendes Kaufungen“, das Pachtflächenkonzept (ökologische Aufwertung der gemeindeeigenen landwirtschaftlichen Flächen und Grünflächen), das Grün- und Ortspflegekonzept sowie den aktuellen Wettbewerb der Gemeindebetriebe „Vorgarten mit Zukunft“. Doch auch den einzelnen Mitbürger*innen käme eine wichtige Aufgabe zu: „Ihre Gemeinde ist ein Pfund in Sachen Lage, Unterstützung und Rahmenbedingungen -  es ist wichtig mit Methoden der heutigen Zeit junge Menschen dazu zu bringen, in die Natur zu gehen, sich zu informieren, Arten zu beobachten und zu zählen. Es ist Zeit, wieder ein wenig an die Wurzeln zu gehen und in kleinen, wichtigen Schritten wieder das große Ganze ins Rollen zu bringen!“

Im Rahmen des Jahresempfangs wurden an diesem Tag auch die Innovationspreise 2020 und 2022 verliehen, welche für herausragende Leistungen in der Region vergeben wurden. Folgende Preisträgerinnen und Preisträger wurden von Bürgermeister Arnim Roß und dem Vorsitzenden der Gemeindevertretung, Karl Hellmich, für ihre innovativen Ideen und Projekte ausgezeichnet, die die Gemeinde Kaufungen voranbringen:

Innovationspreis für Wirtschaft 2020

-       BKB Bauherrengemeinschaft Batz-Kellner-Bartz für das Projekt 8-Familienhaus Hirtengasse in Holzständerbauweise

-       Verkehrs- und Gewerbeverein für das Projekt „Feierabendmarkt Kaufungen“ als Alternative zum klassischen Wochenmarkt mit verschiedenen Aktionen und Projekten

Innovationspreis für Bildung und Kultur 2022

-       Verein für Ökologie, Gesundheit und Bildung e.V. für das Projekt „Kaufunger Baum-Acker“, ein modernes Agrarforstsystem in Niederkaufungen

 

Innovationspreis für Wirtschaft 2022

-       Losseküche im Abonnement, ein regionales Kreislaufkonzept zur Stärkung lokaler Netzwerke und nachhaltiger Wirtschaft

Innovationspreis für Bürgerschaftliches Engagement 2022

-       Radeln ohne Alter, Ortsgruppe Kaufungen mit ehrenamtlichen Rikscha-Ausfahrten sowie Schulungen für Ehrenamtliche

     

In Kaufungen ist es guter Brauch, Mitbürger*innen zu ehren, die lange Jahre in Gemeindegremien tätig waren. Dies erfolgte bei einem Bürgerabend im vergangenen Jahr. Da dort nicht alle zu Ehrenden anwesend sein konnten, wurden die noch fehlenden Ehrungen im Rahmen des Jahresempfangs vorgenommen.

Der Ehrentitel „Ehrengemeindevertreter“ wurde vergeben an Werner Liphardt und Ulf Schneider.

Im Anschluss wurden die Ehrenmedaillen der Gemeinde an die Empfänger überreicht:

Medaille in Gold

-       Marion Linge

-       Karin Kilian

-       Bärbel Schmeltzer

Medaille in Silber

-       Dr. Christian Karst

-       Holger Rode

-       Harald Röhling

Medaille in Bronze

-       Hans-Joachim Binzel

-       Klaus-Dieter Will

Einmal noch wurde das Mikrofon ergriffen, als der bisherige Leiter des Musikzugs Kaufungen, Klaus Missing, von seinen Musiker*innen feierlich verabschiedet wurde: „Du hast es geschafft, Menschen zu motivieren, mitzureißen und es wurde gezeigt, dass die sogenannte „Dicke-Backen-Musik“ viel mehr wert ist, denn in jeder einzelnen Instrumentengruppe hast du den Swing versteckt!“ Ein sichtlich gerührter Klaus Missing, inzwischen zum Bürgermeister der Nachbargemeinde Nieste gewählt, gab die Leitung der Musikgruppe nach 10 Jahren leidenschaftlicher, musikalischer Tätigkeit auf und übergab seinem Nachfolger, Manuel Fischer, den Dirigentenstab.

Den offiziellen Abschluss des Jahresempfangs bildete das Schlusswort vom Gemeindevertretervorsitzenden, Karl Hellmich, der sich bei allen Anwesenden für ihr Kommen bedankte, fröhlich feststellte, dass „wir in Kaufungen doch „am Puls der Zeit seien, wie man am Thema des Empfangs sehen könne“ und der die Gäste mit einem launigen Ausspruch Karl Valentins („Früher war auch die Zukunft viel besser!“) in den weiteren Sonntag entließ.

Die Veranstaltung endete mit einem kleinen Imbiss, bei dem die Gäste die Möglichkeit hatten, ins Gespräch zu kommen und Kontakte zu knüpfen.