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Bürgerabend zum Haushalt 2016: Brandschutz war Thema

Bürgerabend BrandschutzWer steckt hinter der Freiwilligen Feuerwehr Kaufungen? Durch wen wird sie finanziert? Was wäre, wenn es sie nicht gebe? – Antworten auf diese und viele weitere Fragen gab es im Rahmen des Bürgerabends Haushalt zum Thema „Brandschutz“, zu dem knapp interessierte 50 Besucher in den Kleinen Saal des Bürgerhauses kamen. Das Konzept des Abends sei neu, erklärte Bürgermeister Arnim Roß. Man wolle durch gezielte Themenschwerpunkte nicht mehr den komplexen Gemeindehaushalt in Gänze vorstellen, sondern vielmehr einzelne Produkte herausnehmen und diskutieren. „Es geht darum, und das war die Anregung auf dem Bürgerabend in 2014, Informations- und Netzwerkforen für verschiedene Zielgruppen zu schaffen, die sich gegenseitig vorstellen und untereinander Synergien entwickeln“, machte der Verwaltungschef deutlich. Angesprochen werden sollen ehrenamtlich engagierte Gruppen, Vereine und Verbände. Über das Ehrenamt soll dabei der Bezug zum Haushalt hergestellt werden, indem die Gemeinde die wichtigen Informationen zum jeweiligen Budget beisteuert. Weiterhin soll das Gespräch zwischen Politik und Bürgern über den Haushalt gefördert werden. Erstmals wurde ein Bürgerabend zum Thema Gemeindehaushalt vor dessen Einbringung in die Gemeindevertretung veranstaltet. „So haben Bürger die Möglichkeit, noch in der Entwicklungsphase Fragen zu stellen, Ideen einzubringen und mitzudiskutieren“, betonte Roß. Schließlich wolle man mehr Transparenz und Mitgestaltungsmöglichkeiten schaffen.

Bürgerabend BrandschutzIm Mittelpunkt des Abends standen jene Männer und Frauen, die rund um die Uhr ehrenamtlich für den Brandschutz in der Gemeinde Kaufungen zuständig sind. „In der Einsatzabteilung sind wir derzeit 47 Mitglieder, rechnet man das auf die Einwohnerzahl hoch, sind 0,4 Prozent der Kaufunger Bevölkerung aktiv in der Feuerwehr engagiert“, erklärte Gemeindebrandinspektor Andreas Herbold. Das sei nicht viel. Dementsprechend werbe die Feuerwehr ständig um neue Mitglieder: „Jeder ist bei uns willkommen.“ Ferner informierte der Gemeindebrandinspektor über die einzelnen Abteilungen und ihre Aufgaben. Wie sich die Schutzausrüstung eines Feuerwehrmanns zusammensetzt, wieviel sie kostet und warum man nicht einfach eine rote Jacke bei Einsätzen tragen darf, machte Feuerwehrmitglied Yannis Eichel im Anschluss deutlich. „Eine komplette Schutzausrüstung kostet 1.392 Euro und wird jedem aktiven Feuerwehrmitglied persönlich zugeordnet“, so Eichel. Würde das Geld nicht zur Verfügung stehen, könne man keine Übungen oder Einsätze wahrnehmen.

Überhaupt arbeitet die Kaufunger Feuerwehr auf ehrenamtlicher Basis – würde es sie nicht geben, müsste die Gemeinde eine Pflicht- oder Berufsfeuerwehr einführen. „Viele wissen gar nicht, dass alles ehrenamtlich geschieht und was das kosten würde, wenn das nicht mehr der Fall wäre“, betonte der dritte Referent des Abends, Achim Horlebein, Mitglied der Kaufunger Feuerwehr und Angestellter bei der Berufsfeuerwehr Kassel. „Eine Berufsfeuerwehr mit sechs ständig verfügbaren Einsatzkräften würde im Jahr knapp 900.000 Euro kosten, das wären knapp 70 Euro, die jeder Kaufunger im Jahr für den Brandschutz ausgeben müsste.“

In Anbetracht der Tatsache, was die Feuerwehr alles ehrenamtlich leiste, seien die Aufwendungen im Gemeindehaushalt gering, kommentierte Bürgermeister Arnim Roß die Ausführungen von Berufsfeuerwehrmann Achim Horlebein. Das sei nur durch das ehrenamtliche Engagement möglich. Der Verwaltungschef stellte die geplanten Haushaltszahlen im Produkt Brandschutz für 2016 vor. Insgesamt 426.100 Euro wird die Gemeinde im nächsten Jahr für den Brandschutz in Kaufungen ausgeben, wobei durch Zuweisungen, Gebühren und andere Erträge circa 47.300 Euro eingenommen werden. Das ergibt einen Nettozuschuss von 378.800 Euro. Die größten Posten im Ausgabenbereich sind Sach- und Dienstleistungen (170.900 Euro) sowie die Kosten für die Feuerwehrgebäude (178.800 Euro). Für Investitionen wird die Gemeinde in 2016 ca. 100.000 Euro aufwenden. Dazu gehören Beschaffungen für den Digitalfunk, eine Industriewaschmaschine zur Reinigung der Schutzausrüstungen und sonstige Ausstattungsgegenstände wie Schläuche und Atemschutzgeräte.

Reinhold Orth, Mitglied in der Gemeindevertretung, zeigte sich beeindruckt vom Leistungsumfang der Kaufunger Feuerwehr: „Ich war wirklich überrascht, wie vielfältig die Strukturen innerhalb der Feuerwehr sind und was die Frauen und Männer tatsächlich alles leisten.“