»Meine Damen, es gibt noch Hoffnung!« - Das »Kasseler Herrenkonfekt« zeigte: Männer sind ... besser als ihr Ruf
Mit Frack, weißer Fliege und einer gehörigen Portion Selbstironie traten Urban Beyer und Florian Brauer vom „Kasseler Herrenkonfekt“ im gut gefüllten Bürgerhaussaal auf – 220 Besucherinnen und Besucher waren gekommen, um zu erleben, wie zwei Männer versuchen, den ramponierten Ruf ihres Geschlechts zu retten.
Unter dem Motto „Männer sind … besser als ihr Ruf“ bot das musikalisch-kabarettistische Duo eine zweistündige Revue voller Charme, Witz und Swing. Schon beim Titelsong über den angeblich faulen Mann, der nie im Haushalt hilft, wurde klar: Hier werden Klischees genüsslich bedient – um sie anschließend mit sichtlich großem Spaß zu zerlegen.
„Wir begeben uns auf dünnes Eis“, kündigten die beiden wissend und augenzwinkernd an. Es folgte ein Streifzug durch das Mysterium des Mannseins – von der Mutterwarnung „Männer sind Schweine“ (inklusive Bananenrassel) bis hin zum Lied über den Rebellen, der im Zug die Notbremse zieht.
Musikalisch bewegte sich das Duo virtuos zwischen Epochen und Genres: Songs von den Comedian Harmonists, Bing Crosby und Friedrich Holländer trafen auf eigene Texte, begleitet von Klavier, Klarinette, Saxophon, Trompete, Gitarre und sogar einer Nasenflöte. Mal romantisch, mal leidend, immer mit einem verschmitzten Lächeln.
Besonders amüsant: die musikalische Gegenüberstellung von „Überzieher“ (der Mann, der es allen recht machen will und dabei scheitert) und „Farbwahl“ (die Frau, die im Laden ewig sucht, aber konsequent bleibt). Das Zwischenfazit der Künstler: Frauen arbeiten zielstrebig ihre Pläne ab – Männer hingegen möchten am liebsten ewig Kinder bleiben. Typisch männliche Berufe? Zauberer, Clubbesitzer, Comedians oder Geräuschemacher – logisch, dass da auch ein paar Zaubertricks mit bunten Tüchern und Plastikentchen nicht fehlen durften.
Nach der Pause wurde es zunächst freundschaftlich („Ein Freund, ein guter Freund“, stilecht mit ploppenden Bierflaschen), dann leicht frivol: Mit roter Lampe und französischem Akzent ging es ins Hafenviertel zur Madame – eine Hommage an die Rotlichtliteratur - charmant und nie plump.
Selbstverständlich durften auch Klassiker wie „Heute geh ich zu der Frieda“ nicht fehlen – ein musikalisches Augenzwinkern zum Thema Treue. Und als die beiden schließlich wissenschaftlich belegten, dass Männer durchaus besser sein können als ihr Image, gab es zustimmendes Gelächter im amüsierten Publikum.
Das Fazit der Künstler: „Was kann Mann tun? Ausatmen, vom Testosteron-Turm heruntersteigen, das Stammhirn umschiffen – und dann mit Swing und Groove zeigen: Es geht auch anders!“
Zwei Zugaben krönten den Abend – „Die Männer sind schon die Liebe wert“ und „Ich fahr mit meiner Limousine ins Grüne“.
Das Publikum war sich einig: Das Kassler Herrenkonfekt war charmant, witzig, musikalisch erstklassig – und ja, vielleicht gibt es sie wirklich noch: die Hoffnung, dass Männer besser sind, als ihr Ruf vermuten lässt. ISa