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A 44

A 44 - Schutz der Bevölkerung und die Interessen der Gemeinde wahren


Bürgermeister Roß berichtete auf Nachfrage der HNA zum derzeitigen Sachstand
bezüglich A44. Diese Erläuterungen hatte er weitgehend auch auf der
Informationsveranstaltung zur A 44 des Runden Tisches am 30.05.2012 gegeben.
Bürgermeister erläuterte, dass im Verlauf der langjährigen Diskussion bisher einmal
ein konkreter Trassenvorschlag seitens der Straßenbauverwaltung in 2006 gemacht
worden ist. Die Gemeinde Kaufungen sei damals konstruktiv mit diesem Vorschlag
umgegangen, habe ihn kritisch bewertet und in einer entsprechenden Stellungnahme
bzw. Einwendung ihre Forderungen dargelegt. Die Forderungen der Gemeinde sind
bis heute aktuell.

Insbesondere sind es folgende:
· mehr aktiver Lärmschutz und Emissionsschutz (z.B. Troglänge reicht nicht
  aus, Losseüberquerung mit Brücke verschärft Lärmproblematik) ,
· den Erhalt des Trinkwasserbrunnens Kohlenstraße,
· den Erhalt der Autobahnanschlussstelle in Papierfabrik (der Trassenvorschlag
  sieht eine Verlegung vor den Ortseingang Niederkaufungen vor) und
· einen Plan für den Autobahnumleitungsverkehr im Falle einer
  Autobahnsperrung, damit nicht der gesamte Umleitungsverkehr durch die
  Ortslagen Oberkaufungen und Niederkaufungen geführt wird.

Bürgermeister Roß erklärte, dass die A 44 auch durchaus die Entwicklung der
Gemeinde Kaufungen behindere. So seien ca. 17 ha Gewerbegebiet in Papierfabrik
seit 1996 etwa mit einem Planungsverbot belegt und könnten für die Gemeinde nicht
genutzt werden. Die Gemeinde Kaufungen erleide hier einen strukturellen Nachteil
und das schon über einen langen Zeitraum. Diese Entwicklungsnachteile müssten
behoben und neue Entwicklungschancen eröffnet werden. Hier sei das Land in einer
Verantwortung gegenüber der Gemeinde.
Zu den Einwendungen der Gemeinde hatte es in den folgenden Jahren keine
konkreten Rückmeldungen der Straßenbauverwaltung und keine Gespräche mit der
Gemeinde Kaufungen gegeben. Nun stehe ein neues Planfeststellungsverfahren
bevor. Das Ziel der Gemeinde sei es, schon vorab in die Planungen einbezogen zu
werden. Die Autobahn berühre die Entwicklungschancen und das Leben im Ort
empfindlich und daher strebe die Gemeinde Gespräche mit dem Land an, damit die
Kaufunger Interessen und Ziele möglichst weitgehenden Eingang in die Planungen
finden. 

Diese Gespräche, so berichtete Bürgermeister Roß, haben begonnen. Es hat ein
Gespräch im Hessischen Verkehrsministerium stattgefunden und inzwischen ein
weiteres in Kassel, zu dem jeweils die Kommunen Helsa, Kaufungen, Niestetal, die
Stadt Kassel und der Landkreis Kassel eingeladen waren. Seitens des Landes wurde
deutlich betont, dass man die Kommunen in die Planungen einbeziehen wolle. Die
Gespräche verlaufen in offener, konstruktiver Atmosphäre und werden fortgeführt.
Bürgermeister Roß begrüßt diese Entwicklung des Dialogs. Die Gemeinde
Kaufungen sei gesprächsbereit und ein konstruktiver Gesprächspartner. Wie die
Gemeinde Kaufungen sich zur Trasse im Planfeststellungsverfahren positioniere,
hänge auch davon ab, wie Kaufungen in die Planungen einbezogen wird und
inwieweit auf die Forderungen der Gemeinde und der betroffenen Menschen im
Gemeindegebiet eingegangen wird. „Es geht uns um den bestmöglichen Schutz
unserer Bevölkerung“, betonte Roß.