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09.01.2012

Ausstellung Passivhaus


Passivhaus und Haussanierung – für Umwelt und Klima


„Der Energie-Check ist kostenlos und eine Werbung für das Handwerk!“, fasste Holger Rode, Gemeindevorstandsmitglied und ehemaliger Obermeister der Steinmetzinnung Hessen Nord am Ende des Vortrages von Manfred Schaub anlässlich der Ausstellungseröffnung „Passivhaus“ am vergangenen Dienstag im Gesellschaftsraum des Bürgerhauses zusammen.
Wodurch wird ein Haus zum Passivhaus und was heißt „passiv“? Das Passivhaus setzt weder eine spezielle Bauform oder Bauweise noch einen bestimmten Gebäudetyp voraus. Jeder erfahrene Architekt kann Passivhäuser in Massiv-, Holz- oder Mischbauweise bauen oder Altbauten mit Passivhaus-Komponenten sanieren. Die Wärme bleibt beim Passivhaus im Haus, und was nicht verloren geht, muss nicht aktiv zugeführt werden.
Ein Thema, so die 1. Beigeordnete Doris Bischoff in ihrer Begrüßung, für das die Wanderausstellung des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Interesse wecken soll. Vor allem beim Bürgerabend am 11. Januar 2012 bietet sich die Gelegenheit für Kaufunger, sich umfassend über dieses Thema zu informieren und die Möglichkeiten von Energieeinsparungen vor allem bei älteren Häusern zu prüfen.
Zusätzlich können Kommunen, Vereine, Privatpersonen und Unternehmen auch demnächst Energieberatungen vor Ort in Anspruch nehmen. Anbieter ist der Verein Energie 2000, die Energieagentur im Landkreis Kassel. Diese Beratungen sind kostenlos und können zu Fragen der Energieeinsparung und der Nutzung erneuerbarer Energien Auskunft geben. Start dieser Beratungen soll im Frühjahr sein.
Wie wichtig Themen rund um Energie sind, machte Manfred Schaub anhand einiger aktueller Beispiele in seinem Vortrag deutlich. So erklärte er, dass das Jahr 2011 eines der wärmsten seit der Wetteraufzeichnung gewesen sei, was zur Folge habe, dass der Meeresspiegel steige, ausgelöst durch das Abschmelzen der Pole durch steigende Temperaturen. Schaub machte damit allen klar, dass jeder etwas zum Schutz des Klimas beitragen kann, bei den Gebäuden sei das Energieeinsparungspotential am größten. Dies sei auch wichtig, da fossile Brennstoffe wie Erdöl und Gas endlich seien, also auch hier ein Umdenken nötig sei.
In zahlreichen Beispielen zeigte der Referent dann, wo man wie am Haus Energie durch entsprechende bauliche Maßnahmen einsparen kann. Dazu gehören die Dämmung der Außenfassade, des Daches oder Innendämmung, Fenster, Heizung, Warmwasser und Lüftung.
Die Ausstellungstafeln zeigen entsprechende Umsetzungsmaßnahmen und an einigen Objekten kann man selbst testen, wie sich entsprechende Maßnahmen auswirken, beispielsweise durch Fühlen der Glastemperatur bei Einfach- oder Dreifachverglasung. Zahlreiches Infomaterial ergänzt die Ausstellung.
Manfred Schaub warb für die Kampagne „Haus sanieren – profitieren“. Viele Menschen seien durch zu viele Informationen verunsichert. Das Handwerk sei daher ein äußerst wichtiger Kooperationspartner. Und Holger Rode ergänzte, dass alle Handwerksbetriebe in der Handwerkskammer organisiert seien und damit auch für Qualität ständen – und eine unverbindliche Beratung sei immer kostenlos und ohne finanzielle Konsequenzen.
Die Ausstellung ist noch bis zum 15. Januar geöffnet.