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31.07.2025

Figurentheater Laku Paka erhält Anneliese-Hartleb-Kulturpunkt-Preis: Am Ende wird alles gut

Die Besucherorganisation Kulturpunkt hat Kerstin Röhn und Günther Staniewski aus Kaufungen mit dem Anneliese-Hartleb-Preis ausgezeichnet. Mit dem Preis wird ihr Puppen- und Figurentheater „Laku Paka“ als Lebenswerk geehrt. Die Übergabe des Preises fand am 20. Juli bei einer Aufführung im Theaterzelt im Park Schönfeld in Kassel statt.
Der Anneliese-Hartleb-Preis wird seit 2015 von Kulturpunkt vergeben und ist benannt nach der 2015 verstorbenen Ehrenvorsitzenden. Seit 2016 ist der Preis durch Unterstützung der Kasseler Sparkasse mit 1000 Euro dotiert.

1983 wurde Laku Paka von Günter Staniewski gegründet. Ursprünglich war er als Schulsozialarbeiter und in der Jugendpflege tätig und betreute gerne medienpädagogische Projekte. Nach einer Anfrage vom Staatstheater Kassel für die Rolle eines Einrad fahrenden Krokodils folgten weitere Engagements. „Ich habe mir dann selbst zwei Jahre gegeben, um zu sehen, ob ich davon leben könnte“, sagt Staniewski.
Wie wir heute wissen – er konnte. Und viel mehr als das: Staniewski leistete Pionierarbeit in dem Metier, gehörte beispielsweise zu einem der ersten Puppenspieler, die Open Air spielten.
Laku Paka war bis heute auf internationalen Festivals auf der ganzen Welt engagiert, unter anderem in Kanada, Russland, Japan und Chile. „Jede Reise ist auf eine andere Art aufregend“, findet Staniewski. Er wurde sogar von Jim Henson, dem Schöpfer der Muppets, für einen ganzen Monat nach New York eingeladen. Dort hatte er jeden Tag zwei Auftritte, unter anderem im Central Park und im Guggenheim-Museum – eine tolle aber auch anstrengende Zeit.

Wie viel Mühe und Einsatz hinter dem Figurentheater steckt, lässt sich nur erahnen: Figuren, Bühnenbilder, Sprache, Dramaturgie und alles drumherum – das kam ausnahmslos von Staniewski selbst, zumindest bis 1999. Dann stieß die Musikerin Kerstin Röhn dazu. Kennengelernt haben sich die beiden bei einem gemeinsamen Auftritt, einer kabarettistischen Rückschau auf die documenta, mit Röhn als Saxophonistin und Staniewski als Sprecher. Schnell war die Idee eines gemeinsamen Projekts geboren: eine Kinder-CD. Aus der beruflichen Partnerschaft wurde eine private, das Paar heiratete schließlich und Kerstin Röhn wurde von Günter Staniewski in die Welt des Figurentheaters eingeführt.

Bis heute machen sie Laku Paka gemeinsam und freuen sich sehr über die Verleihung des Anneliese-Hartleb-Preises. „Es ist eine tolle Wertschätzung für das, was wir machen“, sagt Röhn. „Für das Figurentheater braucht man viele Talente. Von der ersten Idee bis zur Premiere eines Stücks vergeht manchmal sehr viel Zeit“. Zu einhundert Prozent vorher feststehen würde ein Theaterstück selten – oft entstehe beispielsweise der finale Text erst während der Proben, so Röhn.
Der Name Laku Paka geht übrigens auf eine schöne Anekdote zurück: Günter Staniewski hatte ein Theaterprojekt mit Jugendlichen mit dem Schwerpunkt Sprache, in diesem Rahmen wurde eine Fantasiesprache entwickelt. Laku Paka bedeutet: „Ich komme in friedlicher Absicht.“ – das gefiel Staniewski so gut, dass er den Ausdruck für das Projekt verwendete.

Die Stücke von Laku Paka sind vielfältig, nicht nur visuell sondern auch inhaltlich. „Manchmal sind auch mal eher schwierige Themen dabei“, erklärt Röhn. „Aber ich nehme das Publikum im übertragenen Sinne an die Hand und führe die Kinder da durch. Am Ende haben sie richtig was erlebt – das ist mein wahrer Verdienst.“ Dazu ergänzt Staniewski: „Das ist das Besondere am Theater – das Gefühl, einen gemeinsamen Atem mit dem Publikum zu haben.“

Im Stück „Schwarze Schafe leben besser“, das am 10. August im Rahmen des Kaufunger Stiftssommers in der Zehntscheune aufgeführt wird, geht es um Mobbing und Ausgrenzung aber vor allem auch den Mut, seinen eigenen Weg zu gehen. Eines haben nämlich die Stücke von Laku Paka alle gemeinsam: Am Ende wird alles gut.