Jazz, der berührt - VoGiBa im Stiftshof
Es war einer dieser Sommerabende, die man gern noch ein wenig länger festhalten möchte: noch gerade eben warm genug, als Abschluss vom Wochenende, vom Tag, vielleicht auch von den Sommerferien. Rund 75 Besucherinnen und Besucher fanden sich im atmosphärisch schönen Innenhof hinter der Stiftskirche ein, um genau das zu tun: innehalten, lauschen, genießen.
Und das Kasseler Jazztrio VoGiBa passte perfekt zu dieser Stimmung, denn es ließ mit Vocals, Gitarre und Bass eine authentische Stimmung entstehen.
Christiane Winning (Gesang), Frank Matthäus (Gitarre) und Rolf Denecke (Bass) zeigten an diesem Abend, wie kraftvoll Zurückhaltung sein kann. In ihren Arrangements schufen sie mit Elementen des Jazz, mit Balladen, Chansons und melancholischem Pop eine spannende Darbietung – nie grell oder laut, aber immer ganz nah an der Seele.
Schon mit den ersten Tönen legte sich eine konzentrierte, aufmerksame Ruhe über den Hof. Die Zuhörerinnen und Zuhörer ließen sich tragen – von langsamen Takten, tiefen Harmonien und einer Mischung aus Melancholie, Charme und Leichtigkeit, für die VoGiBa wohl nicht nur in der Kasseler Musikszene bekannt sind.
Bekannte Stücke wie „Unchain my heart“ oder „Time after time“ erhielten durch die Interpretation des Trios ein neues Gewand – vertraut und doch überraschend anders. Und so wurde jedes Stück zu einem kleinen emotionalen Erlebnis.
Die Stimme von Christiane Winning – samtig, klar, mal ganz sanft, dann wieder kraftvoll – führte dabei in sympathischer Weise durch das Programm. Frank Matthäus an der Gitarre spannte weite klangliche Räume auf, während Rolf Denecke mit seinem Kontrabass dem Ganzen Erdung und Wärme verlieh.
Die Musik war langsam und atmosphärisch und passte wunderbar zu diesem Sonntagabend – zum Übergang von Wochenende zum Alltag, von Sommer zu Spätsommer. VoGiBa zeigte, dass auch leise Töne stark wirken können – mit einer Mischung aus Improvisation, Tiefe, und feinem Gespür für Stimmungen.
Als zum Schuss die letzten Sonnenstrahlen hinter den Wolken den Stiftshof noch einmal kurz in warmes Abendlicht tauchte, war klar: Dies war ein wohltuender Höhepunkt des Kaufunger Stiftssommers.
Das Publikum dankte mit herzlicher Begeisterung – und bekam als Zugabe ein zartes, fast schwebendes „Somewhere over the rainbow“ geschenkt.
(IS)