Junge Menschen, großes Engagement: Das war das Jugendforum 2025 in Kaufungen
Mitreden, mitmachen, mitgestalten - die Ankündigung zum sechsten Kaufunger Jugendforum hatte nicht zu viel versprochen. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 13 bis 27 Jahren nahmen an dem diesjährigen Forum in der Haferbachhalle teil, um über Themen zu sprechen, die ihnen vor Ort wichtig sind. Was läuft gut in Kaufungen? Was fehlt noch? Welche Ideen und Wünsche gibt es für die Zukunft?
Die Kinder- und Jugendbeauftragte der Kunigundengemeinde Hannah Dreher begrüßte die Teilnehmenden, darunter auch wieder Lokalpolitikerinnen und Lokalpolitiker einiger Parteien sowie Vertreterinnen und Vertreter aus der Gemeindeverwaltung: Aus den Fachbereichen Ordnung und Sicherheit, Betreuung, Bildung, Jugend und Soziales sowie aus der Jugendarbeit Kaufungen.
Seit 2024 hat Dreher ihr Amt inne und organisierte das diesjährige Jugendforum mit Hilfe von Gerlinde Nöll von der Jugendarbeit der Gemeinde sowie zwei PraktikantInnen und einer FSJlerin.
Dreher zog ein Resümee erfolgreich umgesetzter Projekte des vergangenen Jahres. Dazu gehörten „Platz nehmen für Demokratie“, gemeinsam mit Katharina Reinhold von der Koordinierungsstelle, die „Wertvoll-Tour“, bei der sie und Reinhold als Expertinnen geladen waren, die Planung des Pumptracks in Kaufungen und einiges mehr.
„Ich habe gute Neuigkeiten“, teilte Dreher mit. „Letzte Woche haben wir die Info bekommen – die Baugenehmigung für den Pumptrack ist da. Es geht voran.“ Die ersten Wünsche für einen Pumptrack wurden 2019 geäußert. „Auch das gehört zur Beteiligung und zum Jugendforum dazu“, sagt Dreher. „Dass die Kinder und Jugendlichen in solche Prozesse wirklich involviert sind und auch sehen, dass es manchmal sehr viel Zeit und vor allem Planung bedarf, um solche großen Projekte umzusetzen.“
Bürgermeister Arnim Roß fragte bei seiner Begrüßung in die Runde: „Wie stellt ihr euch Kaufungen vor? Nicht nur in der Gegenwart sondern auch in der Zukunft.“ Er sagte, er gehöre bald nicht mehr zu der Altersgruppe, die sagen könne, wie das zukünftige Kaufungen für Kinder und Jugendliche aussehen soll. „Es ist wichtig, dass sich junge Menschen wie ihr zu Wort meldet“, so Roß weiter.
Und das wurde an diesem Vormittag mit Begeisterung getan: An vier Thementischen konnten alle Wünsche, Ideen und Anregungen handschriftlich notiert und natürlich auch mit Lokalpolitikerinnen und Lokalpolitikern besprochen werden.
Am Tisch „Sport und Bewegung“ saßen Jungs, die sich schon länger für den Pumptrack einsetzen. Einer stellte fest: „Das Forum ist einfach eine gute Möglichkeit, mal direkt mit jemandem zu sprechen, der wirklich was in die Wege leiten kann. Das ist schon was anderes.“ Die Wünsche variierten vom Pumptrack bis zu einer Trampolinhalle oder der Erneuerung des Skate-Platzes.
An dem Thementisch „Freizeit und Veranstaltungen“ wurden lauter Ideen für eine vielfältige Freizeitgestaltung gesammelt: Autokino, mehr Ausflüge mit dem Jugendzentrum, zum Beispiel Städtetrips oder Kinderdiscos waren nur einige der kreativen Vorschläge. Es zeigte sich auch, welche existierenden kulturellen Veranstaltungen beliebt bei den Kindern und Jugendlichen sind. „Die Stiftsweihnacht ist jedes Jahr ein Highlight für mich“, sagt ein Junge. „Das Heimatfest“, sagte ein Jugendlicher und auch der Feierabendmarkt auf dem Brauplatz wurde genannt. Die Konzert-Angebote dürften „mehr in Richtung HipHop oder Rap gehen“ wünschten sich einige. Auch der Vorschlag, das Jugendforum öfter als einmal im Jahr zu veranstalten, wurde genannt – denn die Probleme des Jahresanfangs wüsste man manchmal jetzt schon nicht mehr, so einer der Teilnehmenden.
„Treffpunkt und Gemeinschaft“ hieß der dritte Thementisch, an dem sich bestimmte Orte als besonders beliebte Treffpunkte herauskristallisierten: Der Parkour-Platz etwa, das JottZett oder der Skateplatz. Hier gab es teilweise Verbesserungsvorschläge, wie etwa mehr Mülleimer, Fahrradständer oder eine Trinkwasserstation. Auch der Wunsch nach einem besseren Schutz vor Vandalismus am Parkour-Platz wurde vorgebracht. Einer der jungen Sportler hatte außerdem eine Frage: „Ich trainiere immer mit meinem Hund zusammen auf dem Parkour-Platz Natürlich frage ich immer vorher alle Anwesenden, ob das in Ordnung ist. Aber gibt es dort eigentlich ein Hundeverbot?“ Das konnte Harald Stückrad, Leiter des Ordnungsbehördenbezirkes, direkt beantworten: „Es gibt kein Verbot. Du kannst dort gerne weiter mit deinem Hund trainieren, mit der nötigen Rücksichtnahme auf Andere natürlich“, klärte er auf, sehr zur Freude des Jungen.
„Bäume nachpflanzen und den Wald erhalten“ wünschte sich ein Jugendlicher am vierten Thementisch „Umwelt und Nachhaltigkeit“. Hier wurde über Müll-Sammel-Aktionen gesprochen und ob diese vermehrt von Schulen und Kitas durchgeführt werden sollten oder es unfair sei, von jungen Menschen zu verlangen, den Müll der Erwachsenen wegzuräumen, wie ein Mädchen anmerkte. Es waren sich aber alle einig darüber, dass das Bewusstsein dafür, seinen Müll bis zum nächsten Abfallbehälter mitzunehmen, statt ihn achtlos im Ort zu verteilen, geschärft werden müsse.
Zum Abschluss wurden alle Ideen und Anregungen an den Thementischen in großer Runde von Hannah Dreher vorgelesen und zur Diskussion gestellt. Gemeinsam konnte man nochmal ins Gespräch kommen – über das Kaufungen der Gegenwart und der Zukunft für junge Menschen und auch, wie eine breitere Beteiligung aus der jungen Generation in Kaufungen erzielt werden könnte. Alle Notizen wurden von Dreher eingesammelt und bilden die Grundlage für das kommende Jahr. Bürgermeister Arnim Roß schloss das Jugendforum mit einem „Danke, dass ihr da wart und euch so toll eingebracht habt. Bis zum nächsten Jahr!“