Kunigunde wird sichtbar: Bronze-Skulptur zur 1000-Jahr-Feier der Stiftskirche aufgestellt
Zum Festwochenende 1000 Jahre Stiftskirche wurde Kaiserin Kunigunde jetzt nicht nur im Bewusstsein, sondern auch tatsächlich in Kaufungen verankert: Der Förderverein Stiftskirche initiierte die Aufstellung einer Bronze-Skulptur von Kunigunde, angefertigt von der Künstlerin Karin Bohrmann-Roth.
Im Zuge einer Lebensreise in Worten und musikalischen Bildern wurde die Stifterin der Kirche sichtbar gemacht und die Skulptur feierlich enthüllt. Auch Timon Gremmels, Hessischer Minister für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, nahm an den Feierlichkeiten teil.
Carmen Jelinek, Vorsitzende des Fördervereins Stiftskirche begrüßte die rund 200 Gäste, die an dem schönen Sommerabend vor der Stiftskirche zusammengekommen waren und zeigte sich gerührt über das große Interesse an Kunigunde und deren Geschichte. „Heute geht es um das Sichtbarmachen der Stifterin unserer Kirche“, sagte sie. „Kaiserin Kunigunde hat gefehlt - Ihr Ehemann Kaiser Heinrich ist gleich auf dem ersten Pfeiler links in der Kirche zu sehen.“ Diese Lücke, so Jelinek, solle heute gefüllt werde. “Zukünftig sollen Besucher gleich am Eingang an ein wichtiges Stück Geschichte erinnert werden.“
Dann wurde zur Tat geschritten: Carmen Jelinek und Karin Bohrmann-Roth enthüllten gemeinsam die Skulptur. Kunigunde ist dargestellt mit einer ausgestreckten Hand und dem blauen Sternenmantel Heinrichs des II. Die Idee zu der Skulptur entwickelte sich, als Regina Kirsch, ehemalige Frauenbeauftragte der Universität Kassel, auffiel, dass Kunigunde nicht in der Stiftskirche sichtbar ist.
Sie beauftragte die Künstlerin Karin Bohrmann-Roth, ihr eine kleine Skulptur der Kunigunde anzufertigen. Damit brachte sie die Künstlerin mit der damaligen Dekanin Carmen Jelinek ins Gespräch.
Jahre später konnte die Idee einer zwei Meter großen Bronze-Skulptur von Kunigunde nun realisiert werden: Der Förderverein Stiftskirche Kaufungen e.V. setzte das Projekt komplett auf Spendenbasis um. „Dieses große Projekt wäre ohne eine gehörige Portion Wagemut der Verantwortlichen nicht möglich gewesen“, sagt die Künstlerin Bohrmann-Roth.
Die Skulptur der Kaiserin wurde neben dem Eingangsportal aufgestellt: Damit wird ihr Schritt von der Kaiserin als einfache Nonne ins Kloster verdeutlicht. Ihre bewegte Lebensgeschichte wurde während der Veranstaltung von Schauspielerin Valeska Weber zum Leben erweckt: Mit Inbrunst trug sie die geschriebenen Worte der Wissenschaftsjournalistin Karin Schneider-Ferber vor. So erfuhr das Publikum von Kunigundes Herausforderungen im Leben, aber auch ihrer Kraft und Güte als Frau, Herrscherin und Mensch. Untermalt wurde die Darbietung eindrucksvoll von den Musikerinnen vom Trio Grandezza, Constanze Betzl an der Flöte, Christine Weghoff am Akkordeon und Anne Ringborg am Fagott.
Nach der bewegenden Darstellung von Kunigundes Lebensreise sagte Timon Gremmels, Hessischer Minister für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur: „Die Stifterin, Kaiserin Kunigunde, hat sich eigentlich mit der Kirche in Kaufungen bereits ein Denkmal gesetzt. Doch nun kommt ein weiteres hinzu, was ihren Namen hoffentlich noch geläufiger macht: Die Kasseler Künstlerin Karin Bohrmann-Roth hat eine wunderbare Bronze-Skulptur geschaffen, die Kunigunde präsent macht und sie sichtbar mit der Kaufunger Stiftskirche verbindet. Dabei hat die Künstlerin Erfahrung mit starken Frauenfiguren und ihrer Präsenz im öffentlichen Raum: Eine ihrer Arbeiten aus jüngerer Zeit ist die Bronzefigur von Elisabeth Selbert auf dem Scheidemannplatz in Kassel.
Ich freue mich sehr über die neue Kunigunde-Statue und danke dem Förderverein und insbesondere der Vorsitzenden Carmen Jelinek für das Engagement beim Einwerben von Spenden und allen Spenderinnen und Spendern, die dieses Kunstwerk ermöglicht haben.“
Eine besondere Ehre wurde Carmen Jelinek noch für ihren Einsatz zur Förderung der Wertschätzung der Kunigunde zuteil: Sie bekam von Claudia Dworazik, der Diözesanvorsitzenden des Katholischen Deutschen Frauenbundes Bamberg e.V., die Mantelspange von Kunigunde verliehen. Der in Silber geprägte Abguss stammt von der Kunigunden-Figur an der Adamspforte am Bamberger Dom.
Anschließend klang die Veranstaltung aus. Kunigunde ist jetzt ein sichtbarer Teil von der Kunigundengemeinde Kaufungen.