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04.08.2025

Minimalistische Besetzung, große Präsenz: Ensemble Restart und Simon Höfele faszinieren mit innovativen Arrangements und brillantem Trompetenklang

Im Rahmen des Kultursommers Nordhessen 2025 erlebten zahlreiche Besucherinnen und Besucher in der Stiftskirche Kaufungen einen eindrucksvollen Konzertabend mit dem innovativen Ensemble Restart und dem international gefeierten Trompeter Simon Höfele. Das Konzert wurde in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Kaufungen, der Evangelischen Kirchengemeinde Oberkaufungen sowie mit Unterstützung der Kasseler Sparkasse veranstaltet.

Schon vor Konzertbeginn herrschte eine einladende Stimmung auf dem Kirchplatz: Das stilvolle Ambiente rund um die romanische Stiftskirche und das kulinarische Angebot des Kaufunger Hofs luden zum Verweilen, zum Gespräch und zur Einstimmung auf den Abend ein. Maren Matthes, Intendantin des Kultursommers Nordhessen, begrüßte das Publikum mit herzlichen Worten und hob die Besonderheit des Konzertformats hervor: „Ein volles Sinfonieorchester hätte in dieser Kirche keinen Platz – umso beeindruckender ist es, wie das Ensemble Restart mit seinen raffiniert reduzierten Arrangements den Zauber großer Orchesterwerke in diesen intimen Raum bringt.“

Das Kammerensemble Restart, das sich auf neuartige Bearbeitungen klassischer Werke in kleiner Besetzung spezialisiert hat, musizierte unter der Leitung von Mladen Miloradovic, der zugleich Arrangeur und Dirigent des Abends war. Den Auftakt bildeten schwungvolle Ungarische Tänze von Brahms, gefolgt von Richard Strauss’ Zwei Liedern, die in einer neuen Fassung für Trompete und Ensemble ihre Uraufführung feierten – ein besonderer Moment, der die Stiftskirche in gespannte Stille versetzte. Simon Höfele verlieh den Liedern mit seinem warmen Klang und fast stimmähnlicher Ausdruckskraft emotionale Tiefe.

Sein Können zeigte sich besonders auch im barocken Trompetenkonzert von Neruda, das durch seine Klarheit und Eleganz überzeugte. Höfele beeindruckte hier mit technischer Präzision und einem strahlenden, zugleich feinen Ton. Besucherin Moh Dagmar aus Kassel beschrieb es so: „Bei seinen Soloeinlagen hatte ich richtig Gänsehaut – es war, als würde die Trompete direkt mit einem sprechen.“

Ein Höhepunkt des Abends war die Italienische Sinfonie von Mendelssohn, die in Miloradovics Fassung trotz der kammermusikalischen Besetzung ihre gesamte Leuchtkraft entfaltete. Ein Konzertbesucher sagte im Anschluss: „Es ist erstaunlich, wie klar und mitreißend der Charakter dieses Stücks erhalten geblieben ist – man hat keine Sekunde die große Orchesterbesetzung vermisst."

Simon Höfele, vielfach ausgezeichneter Trompeter (u. a. Opus Klassik, BBC New Generation Artist), stieß zur Mitte des Konzerts zum Ensemble dazu und verließ dieses auch wieder vor dem Ende – ein dramaturgisch kluger Bogen, der seine solistische Präsenz eindrucksvoll einbettete. In seinem Zusammenspiel mit dem Ensemble zeigte sich eine besondere musikalische Verbindung: Die feinsinnige Kommunikation zwischen Solist und Ensemble, das sichere Timing und die klangliche Balance machten die Zusammenarbeit zu einem besonderen Erlebnis – intensiv, aufeinander hörend und in jedem Moment überzeugend. Das Publikum dankte mit begeistertem Applaus und stehenden Ovationen. Als Zugabe folgte ein kurzer musikalischer Gruß, der diesen eindrucksvollen Konzertabend stimmungsvoll abrundete.

Die Kasseler Sparkasse unterstützte das Konzert mit 10.000 Euro und ermöglichte damit allen Zuhörenden einen unvergesslichen Abend.

(sl)