Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft Deutsche Fachwerkstädte und Ausschussversammlung der Deutschen Fachwerkstraße in Kaufungen: Austausch, Vernetzung und gemeinsam Fachwerk erleben
Die Arbeitsgemeinschaft Deutsche Fachwerkstädte e.V. lud in diesem Jahr zur Mitgliederversammlung nach Kaufungen ein. Zwei Tage lang bot ein vielfältiges Tagungsprogramm den Teilnehmenden einen interessanten Einblick in Welt des Fachwerks und die Arbeit der Arbeitsgemeinschaft.
Der Fachwerkverein Kaufungen e.V. stellte sich vor, es gab Impulsvorträge und auch eine Ortsführung und ein gemeinsamer Besuch der historischen Stiftskirche gehörten natürlich dazu. Außerdem wurde der neue Vorstand gewählt und die aktuellen Projekte vorgestellt.
Die Arbeitsgemeinschaft Deutsche Fachwerkstädte ist ein Zusammenschluss von Städten und Gemeinden mit anerkannt wertvoller Bausubstanz in landschaftlich unterschiedlicher Fachwerkbauweise. Ziel ist es, dieses einzigartige Kulturgut zu pflegen und zu erhalten – eine nationale, aber auch eine europäische Aufgabe von großer Bedeutung. Unter anderem wird alle fünf Jahre der Deutsche Fachwerkpreis ausgelobt, im Jahre 2025 wurde in der Kategorie „Private Eigentümer“ die Familie Schweitzer/Birgel aus Kaufungen mit dem 3. Preis für ihr Privathaus in der Leipziger Straße ausgezeichnet.
Die touristische Arbeitsgruppe der Arbeitsgemeinschaft Deutsche Fachwerkstädte ist die Deutsche Fachwerkstraße, die sich auf mehr als 4.000 Kilometern Länge, von der Elbe im Norden über die Oberlausitz im östlichen Sachsen bis hin zum Bodensee im Süden erstreckt. Sie führt mit acht Regionalstrecken durch die Bundesländer Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Hessen, Rheinland-Pflanz, Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg.
Unter dem Motto „Fachwerk verbindet“ haben sich inzwischen über 120 Fachwerkstädte zusammengeschlossen, um sich gemeinsam als Deutsche Fachwerkstraße zu präsentieren. So auch die Kunigundengemeinde, in der das Fachwerk das Ortsbild entscheidend prägt.
Am ersten Sitzungstag am Mittwoch fand die Sitzung der AG Bautechnik/ Bildung und Recht statt, außerdem die Sitzung des Marketingausschusses der Deutschen Fachwerkstraße. Anschließend tagte der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Deutsche Fachwerkstädte (kurz ADF), der Tag endete schließlich mit einer Führung durch die historische Stiftskirche und das Stiftsareal und einem Empfang der Kunigundengemeinde im Restaurant Tresor.
Auch der zweite Sitzungstag bot ein vielfältiges Programm für die Teilnehmenden: Petra Kellner führte eine Gruppe von circa 30 Teilnehmenden durch das Altdorf Oberkaufungen. Von der Leipziger Straße (der Name stamme aus Zeiten der wichtigen Handelswege, wie Petra Kellner erläuterte, hier zum Beispiel Richtung Köln und Leipzig) ging es über den Brauplatz, die Dorfstraße entlang bis zur Losse und zum Abschluss nochmal in Richtung des historischen Stiftsgeländes. Immer wieder wies Kellner auf die Besonderheiten der gezeigten Gebäude und Orte hin, streute interessante historische Fakten ein und vermittelte den Teilnehmenden ein umfassendes Gesamtbild des damaligen und heutigen Kaufungens.
Der spannenden Ortsführung schloss sich die Ausschussversammlung der Deutschen Fachwerkstraße an, bei dem der Vorsitzende des Marketingausschusses, Volker Holzberg aus Celle, den Anwesenden die wichtigsten Punkte aus dem Geschäftsjahr 2025 präsentierte, wie etwa neue Mitgliedsstädte, Pressearbeit und geplante Marketingmaßnahmen.
Anschließend fand die Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft Deutsche Fachwerkstädte e.V. im Großen Saal statt. Bürgermeister Arnim Roß begrüßte alle Anwesenden herzlich und sagte in seinem Grußwort: „Die Herausforderung ist und bleibt, immer wieder Wege für modernes Leben im baukulturellen Erbe zu finden. Denn wir wollen kein Museumsdorf sein, sondern eine vitale Gemeinde.“
Bei der Mitgliederversammlung stellte Architekt Florian Hönig das Fachwerkberatungszentrum Kaufungen und das niedrigschwellige Beratungsangebot für Eigentümerinnen und Eigentümer vor. „Unsere Beratungen sind kostenfrei“, so Hönig. „Wir sind ein Anlaufpunkt für Menschen, die in einem Fachwerkhaus leben oder sich einfach für Fragen rund um die lokale Bauweise interessieren.“
Der Vorsitzende Hans Benner stellte außerdem den Geschäftsbericht 2025 vor und blickte auf ein sehr ereignisreiches Jahr zurück, in dem die Arbeitsgemeinschaft Deutsche Fachwerkstädte ihr 50-jähriges Bestehen feierte. Gleichzeitig wurde der Wirtschaftsplan 2026 verabschiedet und der Vorstand neu gewählt, dem als erster Kaufunger Verwaltungschef nun auch Bürgermeister Arnim Roß angehört. Abschließend erhielten 36 Gästeführer aus den Mitgliedsstädten ihr Fachwerkgästeführer-Diplom und Frank Eßmann, BTU Cottbus beeindruckte die Zuhörer mit seinem Impulsvortrag „Fachwerk 2.0“.
Nach zwei ereignisreichen Sitzungstagen in der Kunigundengemeinde ging es für die Teilnehmenden mit vielen neuen Eindrücken rund um das Thema Fachwerk zurück in ihre Heimatstädte: Von Fulda, Zittau über Bietigheim-Bissingen.