Gewerbegebiet Papierfabrik

Ein herausragendes Beispiel für den wirtschaftlichen Erfolg Kaufungens ist das Gewerbegebiet im Ortsteil Papierfabrik. Auf dem rund 70 Hektar großen Areal hat sich ein bedeutender Wirtschaftsstandort entwickelt, der mehr als 130 Unternehmen aus verschiedensten Branchen beheimatet. Vom nationalen und internationalen Distributions- und Logistikbereich über produzierendes Gewerbe bis hin zu spezialisierten Dienstleistern und Handwerksbetrieben – hier finden Unternehmen die besten Voraussetzungen für ihr Wachstum.

Das Gewerbegebiet profitiert von einer direkten Anbindung an die Autobahn A7 und ist nur wenige Minuten vom Güterverkehrszentrum im Süden von Kassel entfernt. Auch der Flughafen Kassel Airport ist in etwa 30 Minuten zu erreichen, während der Flughafen Paderborn nur knapp 60 Minuten entfernt ist. Die hervorragende Anbindung an den öffentlichen Verkehr rundet das Angebot ab: Der ICE-Bahnhof Kassel-Bad Wilhelmshöhe ist bequem und schnell per Straßenbahn erreichbar.




Zur Geschichte

Der heutige Ortsteil Papierfabrik blickt auf eine lange industrielle Tradition zurück. Seinen Namen verdankt er der „Papierfabrik zu Niederkaufungen“, die im Jahr 1837 von dem Tapetenkünstler Johann Christian Arnold und den Gebrüdern Pfeiffer gegründet wurde. Arnold, der als Erfinder der Endlostapeten gilt, belieferte mit seinen Produkten unter anderem das Schloss Wilhelmshöhe.

Bereits 1841 begann in der Papierfabrik die Produktion – als erste deutsche Fabrik für Papiertapeten, die das im Blaudruck übliche Verfahren mit Modeln anstelle von Schablonen einsetzte. Anfangs arbeiteten dort rund 60 Beschäftigte, die wöchentlich etwa 70 Zentner Papier herstellten.

Im Jahr 1873 übernahm die Aktiengesellschaft Vereinigte Hessische Papierfabriken den Betrieb und modernisierte ihn grundlegend: Neben der Wasserkraft der Losse kamen erstmals Dampfmaschinen und Turbinen der Firma Henschel zum Einsatz. Die Papierproduktion wurde in den folgenden Jahrzehnten stetig ausgebaut, und zu Beginn des 20. Jahrhunderts beschäftigte das Werk bereits rund 300 Arbeiterinnen und Arbeiter.

Unter dem Namen „Papier- und Papierstofffabrik Niederkaufungen“ war das Unternehmen vor allem auf holzfreie Schreib- und Konzeptpapiere spezialisiert. Nach wirtschaftlich schwierigen Jahren übernahm 1924 die Firma Mühlenwerke Robert Weber das Werk und steigerte die Produktion erneut. Doch die Weltwirtschaftskrise von 1929 führte zur vorübergehenden Stilllegung. Nach einem Wiederanlauf 1933 wurde der Betrieb im Jahr 1934 nach einem Brand endgültig geschlossen.

Während des Zweiten Weltkriegs nutzte die Wehrmacht die Gebäude, später dienten sie als Getreidespeicher. Jahrzehntelang prägten die stillgelegten Fabrikgebäude das Ortsbild, bis das Gelände 1999 geräumt wurde.

Heute erinnert der Name „Papierfabrik“ an die Anfänge der industriellen Entwicklung Kaufungens. Mit dem historischen Fabrikgelände wurde einst der Grundstein für die wirtschaftliche Bedeutung des Standortes gelegt – und zugleich der Ausgangspunkt für die moderne Gewerbeentwicklung, die bis heute den Ortsteil prägt.