Stiftskirche und Ritterschaftliches Stift
Die Stiftskirche
Der Bau der heutigen Stiftskirche begann im Jahre 1017 als der Königshof in Kaufungen auf Veranlassung von Kaiser Heinrich II. und Kaiserin Kunigunde zu einem Benediktinerinnenkloster ausgebaut wurde. Die „Kirche zum Heiligen Kreuz“ wurde als flachgedeckte romanische Basilika mit hohem Mittelschiff und zwei niedrigeren Seitenschiffen errichtet. Das östliche Querhaus gibt der Kirche ihre Kreuzform und der wuchtige Glockenturm, das Westwerk, ein monumentales Aussehen. Die Weihe fand bereits ein Jahr nach dem Tod Heinrichs II., also am 13.7.1025 statt.
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Ab dem Ende des 13. Jahrhunderts wurde der Versuch begonnen, die Kirche in eine gotische Hallenkirche umzuwandeln, was jedoch unvollendet blieb. Von außen sichtbares Zeichen eines spätgotischen Umbauvorhabens ist der gegliederte, mehreckige Chorabschluss mit Netzgewölbe. Die Bauarbeiten dazu begannen im Jahr 1469. Seitdem hat es lediglich Renovierungs- und Instandsetzungsarbeiten gegeben, jedoch keine weiteren Strukturveränderungen.
In den mehr als 500 Jahren seines Bestehens war das Kaufunger Kloster stetigem Wandel ausgesetzt. Zunächst statteten Heinrich II. und Kunigunde es üppig mit Privilegien, Ländereien und Besitzungen aus. Dies sollte die wirtschaftliche Eigenständigkeit des Klosters sichern. Bereits im 12. Jahrhundert wird erkennbar, dass das Benediktinerinnenkloster nunmehr als Kanonissenstift geführt wird, was weniger strengeren Regeln folgt. Unter anderem war es gestattet, außerhalb des Stifts in eigenen Häusern in unmittelbarer Nähe, „auf der Freiheit“ zu wohnen. Seine Besitzungen und Privilegien musste das Stift immer wieder gegen Ansprüche anderer verteidigen, mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg.
Der gesamte Kirchenbau ist 63 Meter lang und 29 Meter breit. Der Turm erreicht eine Höhe von 38 Meter.
Ritterschaftliches Stift
Im Zuge der Reformation wurde das Kloster Kaufungen im Jahr 1527 durch Landgraf Philipp der Großmütige geschlossen. Fünf Jahre später übergab er die Anlage mit allen Gebäuden und Besitzungen an die Althessische Ritterschaft. So entstand das Ritterschaftliche Stift Kaufungen, das die älteste Stiftung in Hessen ist, bis heute von der Althessischen Ritterschaft verwaltet wird und gemeinnützige Zwecke verfolgt. Zu den Aufgaben des Stiftes gehört auch der denkmalgerechte Erhalt der Anlagen und Gebäude des Stiftes einschließlich der Stiftskirche.
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Bei der Althessischen Ritterschaft handelt es sich um einen Verbund niederer Adelsfamilien, der in der Mitte des 16. Jahrhunderts 170, im Jahr 2025 immerhin noch knapp 40 Familien umfasste. Dieser Adelsverbund sollte die Einkünfte ursprünglich dazu nutzen, den Töchtern des niederen Adels eine Mitgift in die Ehe zu ermöglichen. Im Laufe der Zeit haben sich jedoch nicht nur die personelle Zusammensetzung, sondern auch die Besitzungen, die Verwaltung und der Zweck verändert. Heute gilt das Ritterschaftliche Stift Kaufungen als älteste Stiftung Hessens, die gemeinnützige Zwecke verfolgt.
Impressionen
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