Kaufungen probt den Ernstfall: Erste Großübung zum „Betreuungsplatz 50“ erfolgreich durchgeführt

„Es ist eine besondere Übung, die so in dieser Form noch nicht stattgefunden hat und im Hinblick auf den Bevölkerungsschutz in Kaufungen von großer Bedeutung ist“, betonte Dennis Möller, Leiter des Fachbereichs 1 Hauptverwaltung und zuständig für den Bevölkerungsschutz, zum Auftakt der ersten Großübung zum sogenannten „Betreuungsplatz 50“ in Kaufungen.

Gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr Kaufungen, dem Deutschen Roten Kreuz (DRK), dem Betreuungszug Landkreis Kassel II sowie der Gemeindeverwaltung wurden nun erstmals zentrale Bestandteile des kommunalen Katastrophenschutzkonzeptes praktisch erprobt. Ziel der Übung war die Einrichtung und der Betrieb eines Betreuungsplatzes im Großen Saal des Bürgerhauses – einer Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger in Krisen- und Katastrophenlagen.

Großbrand als realistisches Übungsszenario

Ausgangspunkt der Übung war ein angenommener Großbrand in einem Mehrfamilienhaus. Mehrere Bewohnerinnen und Bewohner mussten aus dem Gebäude evakuiert und anschließend vorübergehend untergebracht werden. Um die Situation möglichst realitätsnah darzustellen, kamen zahlreiche Komparsen zum Einsatz. Diese stellten die unterschiedlichsten Betroffenengruppen dar – von zwei Rollstuhlfahrern über Seniorinnen und Senioren bis hin zu Familien mit Kleinkindern.

Insgesamt waren 105 Personen an der Übung beteiligt. Unter realitätsnahen und authentischen Bedingungen konnten so Abläufe erprobt werden.

Eine sichere Insel für Betroffene

Der sogenannte „Betreuungsplatz 50“ dient im Ernstfall als sichere Anlaufstelle und Evakuierungsstation für bis zu 50 Personen. Bürgerinnen und Bürger erhalten dort Schlafmöglichkeiten, Verpflegung sowie bei Bedarf medizinische Versorgung. Zudem werden die Betroffenen registriert, betreut und über das weitere Vorgehen informiert.

Im Rahmen der Übung wurde der Große Saal des Bürgerhauses innerhalb kurzer Zeit in eine voll funktionsfähige Betreuungsstelle umgewandelt. Die Einsatzkräfte bauten Feldbetten auf, richteten Aufenthaltsbereiche ein und organisierten die Versorgung der evakuierten Personen. Auch an die Bedürfnisse der jüngsten Betroffenen wurde gedacht: Für Kinder standen Gesellschaftsspiele und Beschäftigungsmöglichkeiten bereit, um ihnen während des Aufenthalts ein Stück Normalität und Ablenkung zu bieten.

Zusammenarbeit aller Beteiligten erfolgreich erprobt

Ein entsprechender Katastrophenschutzplan für Szenarien wie langanhaltendes Hochwasser, größere Brände, flächendeckende Stromausfälle oder andere außergewöhnliche Gefahrenlagen besteht in Kaufungen bereits seit längerer Zeit und wird kontinuierlich fortgeschrieben. Mit der Großübung wurden nun theoretische Abläufe unter realitätsnahen Bedingungen getestet, überprüft und weiterentwickelt.

Die Verantwortlichen zogen insgesamt ein positives Fazit: „Die beteiligten Organisationen haben gut ineinandergegriffen, die Übung ist sehr erfolgreich verlaufen“, resümierte Bürgermeister Arnim Roß, der ebenfalls an der Übung teilnahm. Kaufungen sei für mögliche Krisen- und Katastrophensituationen gut vorbereitet. „Mit Übungen wie dieser wollen wir nicht nur die kommunale Resilienz stärken, sondern auch das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung erhöhen“, ergänzte Dennis Möller abschließend.