Bergbau, Industrialisierung, Eisenbahn

Ein bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts prägender Wirtschaftszweig ist der Bergbau. Zwar gab es bereits im 16. Jahrhundert den Abbau von Alaun, ein Doppelsalz, das auf vielfältige Weise im Bereich Textil und Medizin verwendet wurde. Zum nennenswerten Faktor für die Wirtschaftstätigkeit Kaufungens entwickelte sich ab dem 18. Jahrhundert vor allem der Braunkohleabbau. Zunächst in Handarbeit, später mit Hilfe von Pferden, dann mit Dampfmaschinen und modernen Motorisierungen entwickelte sich der Abbau stetig fort, bis er schließlich 1971 aus Gründen der Wirtschaftlichkeit endgültig eingestellt werden musste. Die großen Zechenanlagen der Zeche Freudenthal am Bahnhof Oberkaufungen wurden zurückgebaut. Dennoch ist der Braunkohleabbau im Ortsbild weiter präsent. Bspw. entstand der Steinertsee durch den vormaligen Tagebau. Das am Originalstandort erhaltene technische Denkmal Bergwerkmuseum Rossgang am Ortsausgang von Oberkaufungen legt Zeugnis davon ab, wie mit Pferdekraft Braunkohle an die Oberfläche befördert wurde.

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Die großen Zechenanlagen der Zeche Freudental am Bahnhof Oberkaufungen wurden zurückgebaut. Dennoch ist der Braunkohleabbau im Ortsbild weiter präsent. Bspw. entstand der Steinertsee durch den vormaligen Tagebau. Das am Originalstandort erhaltene technische Denkmal Bergwerkmuseum Rossgang am Ortsausgang von Oberkaufungen legt Zeugnis davon ab, wie mit Pferdekraft Braunkohle an die Oberfläche befördert wurde.

Töpferwesen und Ziegelherstellung spielten als traditionelles dörfliches Handwerk sowohl in Nieder- als auch in Oberkaufungen eine Rolle. Allerdings brachte erst die fortschreitende Technisierung und Automatisierung von Arbeitsprozessen die Ziegelproduktion in großem Maßstab nach Kaufungen. In beiden Ortsteilen entstanden im 19. Jahrhundert große Ziegeleien in unmittelbarer Nähe der beiden Bahnhöfe.

Der Anschluss Kaufungens an die „Cassel-Waldkappeler-Eisenbahn“ 1879 beschleunigte die wirtschaftliche und soziale Dynamik des Ortes. Durch den vereinfachten Transport von Rohstoffen, fertigen Produkten und Personen konnte sich auch in Kaufungen, vor allem in Oberkaufungen, eine moderne Industrie entwickeln. Die Nähe zu Kassel machte es einerseits möglich, in den dortigen Fabriken zu arbeiten. Andererseits konnten in Kaufungen gewonnene Rohstoffe oder Produkte ihren Absatz in der Großstadt finden. Kaufungen wurde durch die Verkehrsanbindung auch zu einem attraktiven Standort für Kasseler Unternehmen, um Zweigstellen zu gründen oder zu expandieren. Ein herausragendes Beispiel sind die Hercules Spiralfederwerke, die mit eigenem Patent Spiralfedern zur Anfertigung von Korsetten herstellten und deutschlandweit vertrieben.

Gleichsam als Gegenbewegung zur Industrialisierung setzte zu dieser Zeit ein früher Tourismus von erholungssuchenden Großstädtern Richtung Lossetal ein.