Frühe wirtschaftliche Entwicklung

Über die wirtschaftliche Entwicklung der Kaufunger Ortsteile Nieder- und Oberkaufungen lassen sich spätestens ab der Frühen Neuzeit gesicherte Aussagen treffen. Abgesehen von der Landwirtschaft sind die Wasserkraft der Losse und der Kaufungen umgebende Wald prägende Voraussetzungen für die wirtschaftlichen Betätigungsfelder der Einwohner.

In Nieder- und Oberkaufungen bestanden seit dem Mittelalter Getreide- und Schlagmühlen (Ölmühlen), die sich die Wasserkraft der Losse zu Nutze machten. Erste Belege von Kaufunger Mühlen stammen aus dem 16. Jahrhundert. Die Mühlen wurden durch einen künstlich angelegten Mühlgraben gespeist, der erst im Zuge der Dorferneuerung in den 1970er-Jahren zugeschüttet wurde. Nur kleine Teile sind bis heute als Erinnerung an die Mühlen erhalten geblieben.

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Im 16. Jahrhundert muss es in Oberkaufungen mehrere Messinghütten gegeben haben, in denen Kupfer zu Messing verarbeitet wurde. Die Kraft der Losse wurde dabei per Wasserrad genutzt, um Blasebälge und Hammer anzutreiben.

Für die Papierherstellung war die Losse ebenfalls eine optimale Ressource. Sie lieferte hier nicht nur die Kraft zum Betrieb der Papiermühle in Oberkaufungen, sondern ihr sauberes, weiches Wasser bot sich für den Herstellungsprozess an. Die ab dem 16. Jahrhundert betriebene Papiermühle verarbeitete Lumpen zu Papier. Industrielle Papierherstellung begann in Kaufungen 1838 mit der Gründung der Papierfabrik zwischen Niederkaufungen und Kassel, ebenfalls an der Losse gelegen. Diese Papierfabrik gab dem späteren Ortsteil von Niederkaufungen seinen Namen.

Ab dem 15. Jahrhundert sind Glashütten in den Wäldern um Kaufungen belegt. Zur Herstellung von Glas sind über einen längeren Zeitraum hohe Temperaturen notwendig. Das im Wald üppig vorhandene Holz diente hier als leicht verfügbarer Brennstoff. Aus diesem Grund befanden sich die Glashütten in der Regel direkt im Wald, also an der Brennstoffquelle.