„Die Umarmung“ ist vollendet - Zweiter Teil des Kunstprojektes in Bertinoro feierlich eingeweiht
Rechtzeitig zum Fest der Gastlichkeit am ersten Septemberwochenende wurde das zweite Wandgemälde des Freundschaftsprojektes zwischen den Gemeinden Kaufungen und Bertinoro in der italienischen Partnerstadt fertiggestellt. Unter großer Anteilnahme der italienischen Bevölkerung und der angereisten deutschen Gäste wurde das Mural „L’abbraccio“ - „Die Umarmung, zwei Orte, eine Freundschaft“ des Künstlers Marcello di Camillo auf der zentralen „Terrazzo Jacopo“ in der via Mazzini feierlich eingeweiht.
Das Gegenstück zum Kaufunger Wandgemälde in der Niester Straße, das beim Heimatfest im Juni vollendet wurde, passt sich in seiner hervorgehobenen Farbigkeit harmonisch in die sandsteinfarbenen Häuser und die historischen Gassen der Altstadt von Bertinoro ein. Neben der Piazza vor dem Rathaus bietet auch die Terrasse Jacopo einen fantastischen Ausblick über die Ebene der Emilia Romagna bis hin zur Adria - und somit auch einen attraktiven Standort für das Partnerschaftsprojekt.
Bertinoros Bürgermeister, Filippo Scogli, stellte bei der Einweihung den Künstler vor und zeigte sich sehr glücklich über die Vollendung des Wandgemäldes, das für alle ehemaligen und gegenwärtigen Beziehungen zwischen den Menschen beider Gemeinden stehe. Auf das im kommenden Jahr 30-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft wies Silvia Federici hin, Stadträtin der Gemeinde Bertinoro, die unter anderem Partnerschaftsaktivitäten koordiniert und erklärte das Motiv der beiden Bilder: „Die Umarmung der beiden jugendlichen Musiker der Band „Rock E 45“, die sich im Laufe der Jahre zu einem professionellen Musikprojekt entwickelt hat, ist ein Zeichen der Offenheit und des Miteinanders - Werte, die hier in der Romagna aber auch bei unseren Freunden und Freundinnen in Kaufungen zu finden sind.“ Der Maler Marcello di Camillo habe dies mit großer Feinfühligkeit und Stärke zum Ausdruck gebracht.
Auch Arnim Roß, Bürgermeister der Kundigundengemeinde, nahm Bezug zum Motiv beider Gemälde und stellte die Perspektiven in den Vordergrund: „Auf dem Wandgemälde in Kaufungen blickt die italienische Jugendliche Jasmine in Richtung Bertinoro und in Bertinoro blickt der deutsche Jugendliche Felix in Richtung Kaufungen. Damit schauen symbolisch beide Städte aufeinander, sie sorgen füreinander.“ So seien beide Wandgemälde mehr als Kunstwerke im öffentlichen Raum, sie seien ein sichtbares Zeichen unserer Freundschaft und damit nicht nur eine Verbindung zwischen zwei Verwaltungen, sondern eine Verbindung zwischen Menschen, die von der nächsten Generation weitergetragen werden solle.
Natürlich gehörte auch dem Künstler selbst das Wort. Marcello di Camillo machte darauf aufmerksam, wie schwierig es sei, sich zu umarmen und deshalb dankte er besonders Jasmin und Felix, die den Mut gehabt haben für dieses öffentliche Zeichen der Freundschaft: „Man kann sich nur schwer allein umarmen, man braucht Unterstützung, man braucht einander.“ Bei seinem Mal-Prozess in der Kunigundengemeinde im Juni 2026 hob er die hohe Gastfreundschaft und das Interesse der Menschen an seiner Kunst positiv hervor. Di Camillo sagte, dass er künstlerisch aktiv sei, seit er denken kann. Er male oft auf speziellen Untergründen wie recyceltem Holz, alten Türen oder Fenstern und sei Teil eines Kooperationsprojekts namens Paesi Plurali („Mehrere Länder“). In diesem Rahmen setzt er ganzjährig vor allem Partizipations-Projekte um, von Malerei bis Theater.
Dank und Anerkennung gab es auch für die Organisatoren des Projektes „Rock E 45“, die Musiklehrer Uli Große und Ivan Bratti. Gessica Allegni, Regionalrätin und Kulturbeauftragte der Regionalregierung Emilia Romagna und frühere Bürgermeisterin von Bertinoro, unterstrich die Zukunftsausrichtung des gemeinsamen Musikprojektes der beiden Orte : „Jeder Raum kann sehr schön sein, aber er ist nichts, wenn nicht die Menschen ihn beleben.“ Es sei wichtig, an Europa zu glauben und die dargestellte Umarmung symbolisiere neben der Freundschaft auch die beiden Nationen, die sich für Freiheit, Frieden und Demokratie einsetzen.
Die vielbeachteten Reden zu dieser Einweihung wurden begleitet von großem Applaus aller Besuchenden und Beteiligten. Viele Menschen beider Gemeinden sind überzeugt von der friedensstiftenden Idee der Städtepartnerschaft. Silvia Federici brachte die Symbolhaftigkeit der beiden Wandgemälde in Kaufungen und Bertinoro auf den Punkt: „Kunst und Musik können Brücken bauen und die Umarmung, die in diesem Gesamtkunstwerk Ausdruck findet, wird uns von heute an stets daran erinnern.“
Viva Bertinoro! Viva Kaufungen!
Iris Sager