25 Jahre auf der Bühne - Horst Hoffmann begeistert mit Diavortrag über Siebenbürgen
Bereits eine halbe Stunde vor Beginn der Veranstaltung füllte sich der Saal: Viele Besucherinnen und Besucher waren gekommen, um den neuen Reisebericht zu erleben und zugleich das 25-jährige Bühnenjubiläum von Horst Hoffmann zu feiern. Seit dem Jahr 2000 prägte er das Kaufunger Kulturprogramm und präsentierte in Kooperation mit dem Hessisch-Waldeckischen Gebirgs- und Heimatverein Oberkaufungen eindrucksvolle Diavorträge von seinen Reisen rund um die Welt. Von Regionen Tibets über Costa Rica bis in die Weiten Siebenbürgens, fand jede Veranstaltung immer wieder großen Anklang.
Ein Jubiläum, welches aus einer Bergidee entstanden ist
Die Frage, was ihn über so viele Jahre antreibt, wurde immer wieder gestellt. Hoffmann beschreibt, dass seine Motivation weit zurückreicht: Nach dem 40. Lebensjahr habe er viel Zeit in den Bergen verbracht und irgendwann sei der Gedanke entstanden, andere an diesen Erlebnissen teilhaben zu lassen. Daraus entwickelte sich die Idee der Diavorträge, die 2000 erstmals mit dem Thema Ellismere Island umgesetzt wurde. Seitdem seien 25 unterschiedliche Vorträge entstanden.
Die Wahl der Präsentationsform sei damals bewusst gefallen: Ein Diavortrag eigne sich besonders gut, um Bilder und Informationen eng miteinander zu verbinden. Als gelernter Bänker, der beruflich mit Reportagen vertraut gewesen sei, habe Hoffmann darin eine geeignete Ausdrucksform gefunden. Dass die Resonanz gleich zu Beginn so groß war, habe ihn überrascht: Schon der erste Vortrag habe über 70 Besucher in den kleinen (Hochzeits)Saal des Bürgerhauses in Kaufungen gelockt.
Reiseerlebnisse, die prägen und Begegnungen, die bleiben
Wie zu hören war, habe jede Reise ihre eigene Bedeutung, welche wohl kaum miteinander vergleichbar seien - doch einige Erlebnisse hätten sich besonders eingeprägt. Die Tour von München nach Venedig – ausschließlich mit Kaufunger Teilnehmerinnen und Teilnehmern – sei in Erinnerung geblieben: 25.000 Höhenmeter, ein bis auf den letzten Platz gefüllter Saal mit 240 Gästen und eine Route, die bis heute zu den beliebtesten Weitwanderwegen Europas zählt.
Auch Begegnungen seien prägend gewesen: In Tibet habe Hoffmann während einer fünf Wochen langen Reise eine deutsche, blinde Tibetologin kennengelernt. Ihre Begegnung habe ihn später zu seinem Mitengagement an einer Blindenschule geführt, die von Sabriye Tenberken gegründet wurde.
Aus vielen Ländern seien Eindrücke geblieben – Nepal, Iran und Tibet seien dabei von ihm besonders hervorgehoben worden. Gerade der Iran sei in einer politisch gemäßigteren Phase bereist worden und habe außergewöhnliche Begegnungen ermöglicht. In Nepal habe ihn ein kleines, alltägliches Erlebnis besonders berührt, als zehn Kinder, die fasziniert versuchten, Musik auf einem Discplayer zu hören.
Wie die Reiseziele entstehen
Bei der Auswahl der Reiseziele sei eine Mischung aus gezielter Planung, Neugier und spontanen Impulsen entscheidend. Reiseberichte und gründliche Vorbereitung spielten eine große Rolle, ebenso wie ein kleines Reisetagebuch, das Hoffmann seit Jahren bei jeder seiner Reisen führt. Manche Ziele entstünden aber auch aus Zufällen: Die Reise zur schwer zugänglichen Ellismere-Insel, eine der wohl nördlichsten begehbaren Punkte der Erde, sei etwa durch die Schilderung eines Piloten beim Hinüberfliegen der Insel inspiriert worden. Andere Ziele, wie Südafrika oder Costa Rica, seien dagegen klassisch touristisch geprägt.
Warum die Zuhörer die Diavorträge so schätzen
Der besondere Reiz der Vortragsreihe bestehe darin, dass man den Alltag kurz hinter sich lassen und den Blick auf Länder richten könne, die viele selbst eventuell nie bereisen werden. Im Publikum finden sich über die Jahre zahlreiche Stammgäste wieder, dennoch bleibt jeder Vortrag auch für viele neue Besucher attraktiv. Oft kämen Menschen, die mit Hoffmann bereits gewandert seien oder Interessierte, deren familiäre Wurzeln in den bereisten Regionen liegen, wie etwa bei den Siebenbürgersachsen.
Ein Jubiläum, das auch Gutes bewirkt
Bei jedem Vortrag werden Spenden gesammelt, eine Tradition seit Beginn seiner Vortragsreihe. Über die Jahre sind so knapp mehr als 20.000 Euro für regionale, caritative und kulturelle Projekte zusammengekommen. In diesem Jahr sollen die Einnahmen der Kinder- und Jugendarbeit von Kaufungen zugutekommen, im kommenden Jahr der Stiftskirche.
Der aktuelle Vortrag – Eine Reise durch Siebenbürgen
Im Mittelpunkt des diesjährigen Abends stand Siebenbürgen in Rumänien. Gestartet wurde in der Hauptstadt Rumäniens, weiter ging es nach Hermannstadt, der Kulturhauptstadt Europas 2007 und traditionellen Zentrum der deutschen Minderheit. Die zahlreichen Kirchenburgen, ursprünglich rund 300, sieben davon heute UNESCO-Weltkulturerbe, prägten den Vortrag ebenso wie Video-Sequenzen, historische Hintergründe und Eindrücke aus Orten wie Heltau oder dem Königsteingebirge. Rumänien wurde als eines der religiösesten Länder Europas vorgestellt, reich an Kultur, Natur und Geschichte.
(Text und Fotos: LR)