Ein Kunstwerk voller Symbolik: Therapieschiff „M.L. Challenge“ zeigt Gedanken von Gefangenen
„Es wurden viele Gefühle und Emotionen in diesem Schiff verarbeitet“, erklärt Marion Lange, Ergotherapeutin und Leiterin des Projektes in der Zweiganstalt Kaufungen. Wörter wie „Zweifel“, „Angst“ und „Zuversicht“ sind auf dem Schiffsrumpf aufgemalt. Helfende Hände ragen aus dem Kunstwerk hervor. Der Name „M.L. Challenge“ sei während der Therapiephase entstanden, erzählt die Ergotherapeutin. „Das Projekt war eine Herausforderung für die Insassen und verlangte Kreativität und Durchhaltevermögen.“ Auch der leitende Regierungsdirektor der Justizvollzugsanstalt Kassel, Jörg-Uwe Meister, ist von dem Ergebnis des Therapieprojektes überzeugt: „Wir tragen die M.L. Challenge an die Öffentlichkeit, um zu zeigen, welche therapeutischen Ergebnisse in unseren Einrichtungen erzielt werden.“ Jede Frau habe bei diesem Projekt ihre persönliche, künstlerische Note einfließen lassen und dabei ihre handwerklichen Geschicke näher kennengelernt. „Viele Gefangene haben keinen Antrieb mehr und wissen nicht, was sie können“, erzählt Regierungsdirektor Meister weiter. Neben den weiblichen Insassen, die aus verschiedenen Ländern stammen, haben auch Tischler, Schreiner und Maler an dem Therapieschiff gearbeitet. Als externe Einrichtung betreut das Berufsbildungswerk die Projekte in der Justizvollzugsanstalt.