CARA – krönender musikalischer Abschluss des Kaufunger Stiftssommers
Seit fast 20 Jahren gibt es den Kaufunger Stiftssommer. Die Veranstaltungsreihe setzt in ihrem Programm stark auf verschiedene Musikrichtungen. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Stiftskirche sowie der angrenzende Stiftshof mit der Zehntscheune. Gerade die Verbindung von Kultur und historischem Ambiente hebt den Stiftssommer von einem gewöhnlichen Konzertprogramm ab. Sie macht den besonderen Reiz dieser Open-Air-Veranstaltungen aus und verleiht ihnen eine eigene Atmosphäre.
Die Gemeinde legt großen Wert darauf, dass für jeden Geschmack etwas dabei ist. Zudem steht die Musik immer in engem Bezug zur Geschichte des Ortes. So bleibt der Stiftssommer abwechslungsreich und spannend.
Außerdem bietet der Stiftssommer immer wieder besondere Höhepunkte, die man anderswo kaum findet. Hinzu kommt die Nähe zur Musik und zu den Künstlern. Sie schafft eine sehr persönliche Atmosphäre. Man ist nicht nur Zuschauer, sondern Teil eines gemeinsamen Erlebnisses. Gerade in diesem Sommer gelang es den Verantwortlichen der Gemeinde mit den Auftritten von Quadro Nuevo, dem Antigua Quartett und dem Orchestra Mondo, eine Reise durch Musik, Geschichte und Raum anzubieten, die man so schnell nicht vergisst. Mit dem Auftritt der deutsch-schottischen Folkband CARA gab es in der vergangenen Woche dann nicht nur ein echtes Highlight für alle Freunde keltischer Musik, sondern erneut auch den krönenden musikalischen Abschluss dieser einzigartigen Konzerte.
Die vierköpfige Band begeistert weltweit mit ihren eigenen Interpretationen keltischer Musik, tief verwurzelt in der irischen und schottischen Tradition. Das merkte man von der ersten Sekunde an. Der Sound war authentisch, lebendig und zugleich modern. Im fast voll besetzten Stiftshof bot sich eine musikalische Reise entlang der stürmischen Küsten Irlands und durch die majestätischen Highlands Schottlands, präsentiert mit deutscher Präzision und dem unwiderstehlichen Charme der Profi-Musiker. Sobald CARA die Bühne betraten, spürte man sofort die große Energie und Spielfreude.
Die Band fand eine perfekte Balance zwischen tief verwurzelter keltischer Tradition und zeitgemäßer Frische. Der Konzertabend begann mit einem energiegeladenen Set. Dabei wurde das traditionelle Stück „Northbound“ neu arrangiert. Bei der anschließenden Begrüßung sagte die Fiddlerin und diatonische Akkordeonspielerin Gudrun Walther: „Das Wetter macht es immer spannend für uns, wenn wir hier in der Region für euch spielen."
Im Mittelpunkt standen die beiden Sängerinnen Gudrun Walther und Kim Edgar am Roland-Keyboard. Ihre Stimmen ergänzten sich hervorragend und verliehen den Liedern Wärme, Ausdruck und Dynamik. Dazu kamen virtuose Soli auf der Fiddle, den Uilleann Pipes, dem irischen Dudelsack, von Simon Pfisterer und auf der klassischen Akustikgitarre von Jürgen Treyz, der teilweise im Bottleneck-Stil spielte. Dabei setzte er eine kleine Röhre ein, die er sanft über das Griffbrett gleiten ließ, um singende Töne, sogenannte Glissandi, zu erzeugen. Schade, dass er seine metallene Dobro-Gitarre nicht einsetzte. Sie stand ungenutzt neben ihm auf der Bühne.
Neben neu arrangierten Titeln wie Jimi Hendrix’ „Hey Joe“ mit den berühmten Gitarrenriffs, diesmal im keltischen Stil, und Bob Dylans „Lay Down Your Weary Tune“ von 1985 sorgte das breite Instrumentarium der Ausnahme-Musiker für reichhaltige Klangfarben und ließ die Musik lebendig pulsieren. Im Mittelpunkt standen vor allem die preisgekrönten Eigenkompositionen, die den unverwechselbaren CARA-Sound prägen. Dabei war es einmal mehr die Stimme der schottischen Songwriterin Kim Edgar, die in der Nähe von Edinburgh direkt unter der berühmten Eisenbahnbrücke „Firth of Forth“ zu Hause ist. Mit der schottisch-gälischen Wendung „Mòran Taing“, was „Vielen Dank“ bedeutet, erklang zum Schluss noch einmal die glasklare Stimme der Schottin. Nach der zweiten Zugabe mit „I will not say Goodbye“ verabschiedeten sich CARA in der Hoffnung, im nächsten Jahr wieder nach Kaufungen zu kommen.
Alles in allem war der Auftritt von CARA ein mitreißendes Erlebnis voller Leidenschaft, musikalischer Qualität und kultureller Tiefe. Die Band schaffte es in zwei Stunden und mit 18 Titeln, die Magie der keltischen Musik zu transportieren und dabei eigenständig und zeitgemäß zu bleiben. Die Kaufunger Bürgerinnen und Bürger freuen sich garantiert schon auf das nächste Mal.
Es war die letzte musikalische Reise des diesjährigen Stiftssommers. In diesem Rahmen folgen noch das Märchenstück „Rapunzel“ mit dem Theater Laku Paka am 9. August und das Scheunenkino am 14. August.
(hgp)