Drei neue Gesichter für die Verwaltung: Ausbildungsverbund heißt Nachwuchskräfte willkommen
Gesichter, neue Aufgaben, neue Perspektiven: Für drei junge Menschen hat vor wenigen Tagen ein neuer Lebensabschnitt begonnen. Sie starteten ihre Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten bzw. zum Verwaltungsfachangestellten im interkommunalen Ausbildungsverbund der Kommunen Kaufungen, Helsa, Söhrewald und Niestetal.
Der erste Arbeitstag stand dabei ganz im Zeichen des Kennenlernens. Die Ausbildungsvertretungen der beteiligten Kommunen hatten zu einer gemeinsamen Einführungs- und Willkommensveranstaltung eingeladen. In lockerer Atmosphäre konnten sich die neuen Auszubildenden untereinander kennenlernen, erste Kontakte knüpfen und sich mit den Nachwuchskräften aus den vergangenen Lehrjahren austauschen. So gab es gleich zum Ausbildungsstart nicht nur wichtige Informationen, sondern auch jede Menge Gelegenheit für Gespräche, Tipps und erste Vernetzung.
Aysima Cil: „Dass ich ausgewählt worden bin, ist ein echter Glücksfall“
Eine der drei neuen Auszubildenden ist die 18-jährige Aysima Cil aus Fuldatal. Ihre Ausbildung beginnt sie zunächst in der Zentralen Verwaltung des Kaufunger Rathauses. Dort gehört bereits einiges zu ihrem Arbeitsalltag: Posteingänge bearbeiten, Telefongespräche führen und Bürgerinnen und Bürger bei Service- und Dienstleistungsfragen unterstützen.
Auf die Ausbildungsstelle aufmerksam geworden war Aysima eher durch Zufall. „Durch Zufall habe ich die Ausschreibung gesehen und habe mich direkt beworben. Dass ich dann ausgewählt worden bin, ist ein echter Glücksfall für mich“, erzählt die 18-Jährige.
Ganz neu ist ihr die Verwaltungswelt allerdings nicht. Vor ihrer Ausbildung absolvierte Aysima bereits ein Jahrespraktikum in einer Verwaltung – und stellte dabei schnell fest, dass ihr die Arbeit liegt. „Ich freue mich auf das richtige Arbeitsleben und interessiere mich sehr für Gesetzestexte und Rechtsvorschriften“, sagt sie.
Davon wird sie in den kommenden drei Jahren reichlich kennenlernen. Auf dem Ausbildungsplan stehen unter anderem Verwaltungs-, Ordnungs- und Sozialrecht. In den ersten beiden Ausbildungsjahren besucht sie die Berufsschule an der Friedrich-List-Schule, ab dem zweiten Jahr kommt zusätzlich das Verwaltungsseminar beim Hessischen Verwaltungsschulverband hinzu.
Vier Kommunen, viele Einblicke
Besonders spannend ist dabei das Ausbildungskonzept des interkommunalen Verbundes: Theorie und Praxis werden eng miteinander verbunden – und die Auszubildenden lernen nicht nur verschiedene Fachbereiche kennen, sondern wechseln im Laufe ihrer Ausbildung auch zwischen den beteiligten Kommunen.
Damit erhält der Nachwuchs einen ungewöhnlich breiten Blick hinter die Kulissen kommunaler Verwaltung. Von der Arbeit im Bürgerbüro über Ordnungs- und Bauamt bis hin zu weiteren Fachbereichen lernen die Auszubildenden unterschiedliche Aufgaben, Arbeitsweisen und Organisationsstrukturen kennen.
Für Aysima hat sich der Start bereits gelohnt: „Ich hatte einen tollen Start und habe schon nette Menschen kennengelernt. Auch die Bürgerinnen und Bürger sind sehr nett, ich habe jetzt sogar schon die ersten Telefonate geführt.“
Im Herbst steht für sie bereits der erste Wechsel an: Dann führt ihr Ausbildungsweg zunächst in die Niestetaler Verwaltung.
Gemeinsam gegen den Fachkräftemangel
Dass in diesem Jahr gleich drei junge Menschen ihre Ausbildung im Verbund beginnen, ist ein wichtiges Signal. Denn die öffentliche Verwaltung steht – wie viele andere Branchen auch – vor der Herausforderung, qualifizierte Nachwuchskräfte zu gewinnen und langfristig zu halten.
Genau hier setzt der interkommunale Ausbildungsverbund an. Die Kommunen Kaufungen, Helsa, Söhrewald und Niestetal haben ihn im Juli 2020 gegründet, um dem zunehmenden Fachkräftemangel in der öffentlichen Verwaltung aktiv entgegenzuwirken und jungen Menschen eine praxisnahe, abwechslungsreiche und vielseitige Ausbildung zu ermöglichen.
Die Ausbildung wird gemeinsam organisiert, die Einsatzorte wechseln zwischen den vier Partnerkommunen. Dadurch erwerben die Nachwuchskräfte fundierte Fachkenntnisse, lernen unterschiedliche Verwaltungsbereiche kennen und sammeln Erfahrungen in verschiedenen kommunalen Behörden.
Niestetal übernimmt dabei die federführende Rolle bei der Organisation des Verbundes. Die Zusammenarbeit schafft nicht nur eine hohe Ausbildungsqualität, sondern eröffnet auch gute Perspektiven für die spätere berufliche Entwicklung. Gleichzeitig können die beteiligten Kommunen Nachwuchskräfte gezielt für die eigenen Verwaltungen gewinnen und offene Stellen langfristig besser besetzen.
Weitere Informationen zu Karriere und Ausbildung bei der Kunigundengemeinde Kaufungen finden Sie hier.