„So oder so ist das Leben“
Die Dresdner Salondamen nahmen am vorletzten Samstag rund 70 Zuschauer in der Stiftsscheune mit auf die Reise. „Eine Reise durch die Kälte ...“ - begrüßte Sängerin Susanne Jacobi die anwesenden Besucher und spielte dabei auf die kühle und nasse Wetterlage an diesem Abend an. Angesichts der ausgeschnittenen Ballkleider der Musikerinnen ging ein Raunen durch das meist in Wolldecken gekuschelte Publikum. Auch das zeitgleich im Fernsehen übertragene Fußball-Championsleague-Finale wurde in der Begrüßung bedacht: „Danke, dass Sie so zahlreich erschienen sind - ganz gegen den Trend!“ Aber was bleibt einem bei diesem unsteten Frühling in diesem Jahr anderes übrig, als ihn mit Humor zu nehmen - und mit Musik. „Veronika, der Lenz ist da!“ hieß dann auch das Eröffnungsstück, angekündigt mit einem verschmitzten „Das sehen Sie ja draußen!“ Was folgte war ein kurzweiliger und amüsanter Unterhaltungsabend mit Filmmelodien aus den 20er, 30er und 40er Jahren. Das singende und musizierende Quintett entführte die Besucher dabei auf eine musikalische Zeitreise. Violoncello, Violine, Klarinette, Klavier und ein herrlich vielseitiger Gesang bildeten die Grundlage für die Salonmusik der UFA-Filme aus dem vergangenen Jahrhundert. Das alte und neue Thema „Liebe“ spielte da eine große Rolle, aber auch die Damen wurden ganz besonders bedacht mit Schlagern wie „Unser kleines Glück“ (über die Welt des Schuhkaufs) und „Die beste Freundin“. Besonders viel Applaus ernteten die Künstlerinnen für die bekannten Schlager »Kann denn Liebe Sünde sein?» und »Für dich soll‘s rote Rosen regnen». Die Bühne der malerischen Stiftsscheune war dekoriert mit alten Filmplakaten, Zarah Leander und Marika Rökk schauten von alten Filmplakaten auf die fünf ausgebildete Musikerinnen, die mit ihren fantasievoll gestalteten Hüten, den atemberaubenden Samtkleidern mit zarten Spitzen und dem üppigen Halsschmuck auch optisch begeisterten, herab. Susanne Jacobi spielte in ihrer charmant frechen und symphatischen Moderation immer wieder auf die Klimaverhältnisse an und das Publikum wurde durch die vertonten Ratschläge „So oder so ist das Leben - beklag dich nicht, du änderst doch nichts dran!“ und „Sing ein Lied, dann lacht der Sonnenschein“ in die Pause verabschiedet. Bei „Kakao mit Schuss“ unterm Regenschirm war die gute Laune im Stiftshof bei Angela Pfaff, Irmtraud Witzel und Birgit Gibhardt spürbar: „Uns gefällt das Konzert, besonders das besondere Outfit der schicken Damen und die Texte. Wir haben trotz des Regens Spaß!“ Und Margret Himmelmann ergänzte: „Ich habe mich extra warm angezogen und die Atmosphäre in der Stiftsscheune ist schön. Ich mag diese Musik, sie kommt immer gut an!“ Anschließend ging die abwechslungsreiche Reise weiter - über Budapest nach Paris: „Schau mich bitte nicht so an“ bis nach Qatar in den Orient. Und als die Klarinettistin Cecil Pfeiff, die im Laufe des Abends auch das Saxophon spielte, nach den Koksnüssen griff, war man in Kalumba gelandet, einer fiktiven Stadt, von der eine wunderbare Rumba erzählte. Auch ins „schöne, kalte Russland“ führte der musikalische Weg, der schließlich bei der berühmten deutschsprachigen Sängerin Marlene Dietrich endete. Es ging ein Zauber aus von diesen alten Melodien, die im Zusammenspiel der einzelnen Instrumente mit dem koketten Gesang noch einmal einen Höhepunkt bei den Klassikern „Wenn ich mir was wünschen dürfte“ und „Für Sie soll`s rote Rosen regnen“ boten. Lang anhaltender Applaus wurde mit der Zugabe „Das gibt`s nur einmal“ belohnt, bevor sich die Künstlerinnen mit einem augenzwinkernden „Bekommen Sie nichts Schlimmes!“ verabschiedeten.