Europa leben - Freundschaft feiern: Kaufungen zu Gast beim 99. Fest der Gastlichkeit in Bertinoro

Mit rund 50 Teilnehmenden reiste die Kaufunger Delegation – darunter Bürgermeister Arnim Roß mit Ehefrau, Mitglieder des Partnerschaftskomitees, Vertreter des Vereins „KTG Die Lossesterne Kaufungen“, Feuerwehrmitarbeiter sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger – Anfang September zum traditionsreichen „Fest der Gastlichkeit“ in Bertinoro.
Schon bei der Ankunft hieß uns das schönste italienische Spätsommerwetter willkommen. Nach einer langen Busfahrt sorgte der Nachbarschaftsverein „Auser“ in der Altstadt Bertinoros wie jedes Jahr für ein üppiges Mittagsbuffet, das nicht nur kulinarisch begeisterte, sondern auch die besondere Gastfreundschaft der Partnergemeinde spürbar machte.

Der neue Bürgermeister von Bertinoro, Filippo Scogli, begrüßte die Gäste aus Kaufungen offiziell auf dem großen Balkon des Vereins: „Benvenuti a Bertinoro! Wir freuen uns sehr über die erneute Möglichkeit, zusammen zu sein, neue Kontakte zu knüpfen und gemeinsam zu feiern.“ Bürgermeister Arnim Roß dankte im Namen der Delegation für die herzliche Aufnahme und betonte die Bedeutung der Begegnungen:„Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig, den Zusammenhalt der Menschen in Europa zu stärken – und das tun wir jedes Jahr ganz praktisch durch unsere gegenseitigen Besuche.“ Spontan stellten man das Wochenende unter das Motto „Europa leben – von unten nach oben“ - und brachte die gemeinsamen Überzeugungen damit auf den Punkt.

Kulinarik, Musik und gelebte Freundschaft

Die Kaufunger „Lossesterne“ sorgten mit ihrem Bratwurst- und Bierstand für deutsche Spezialitäten und gute Laune. Trotz des geschäftigen Betriebs zeigten sie sich stets tanzbereit und hatten so manchen Scherz parat. Auch die Komitee-Partner aus Bertinoro und Freunde der französischen Gemeinde Villefranche-sur-Saône verwöhnten die zahlreichen Besucherinnen und Besucher an diesen Tagen mit regionalen Köstlichkeiten.

Auf der großen Bühne der Piazza vor dem Rathaus erlebten die Gäste ein abwechslungsreiches Programm. Besonders umjubelt wurde der Auftritt der Partnerschaftsband „Rock E 45“: Jugendliche aus Kaufungen und Bertinoro boten unter der Leitung von Uli Grosse und seinem italienischen Kollegen Ivan Bratic ein mitreißendes Konzert, das musikalische Qualität und internationales Miteinander eindrucksvoll vereinte.
Darüber hinaus bereicherte ein buntes Kulturprogramm dieses Wochenende – von der Ausstellungseröffnung des Zeichenkünstlers Simone Ferrini über einen Gesangswettbewerb und eine Filmvorführung bis hin zu einem Kinderprogramm auf der Piazza und dem Konzert des italienischen Musikers Erdal Meta, das im stimmungsvollen Ambiente im „Giardini della Rocca“ vor der Burg stattfand.

Höhepunkt: Der Ritus der Gastfreundschaft

Der Sonntag stand ganz im Zeichen des traditionsreichen Gastfreundschaftsritus. In festlichen, teilweise mittelalterlichen Gewändern zogen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch die Gassen Bertinoros. Nach der Prämierung des Jungwinzers am Garibaldi-Denkmal fand auf der Piazza della Libertà das symbolträchtige Schauspiel statt: Ein Reisender zu Pferd empfängt an den eisernen Ringen der Colonna-Säule die Gastfreundschaft der Stadt.
In feierlichem Rahmen wurden zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Kultur und Vereinen geehrt – auch die Kaufunger Delegation erfuhr einen warmherzigen Empfang und wurde zu einem gemeinsamen Mittagessen eingeladen. Bürgermeister Arnim Roß überbrachte die Grüße der Menschen aus Kaufungen und unterstrich die Überzeugung, dass die vielen Zeichen der Freundschaft und die Zusammenarbeit der beiden Gemeinden eine wichtige Grundlage seien, um international Frieden, Freiheit und Demokratie zu verteidigen: „Wer, wenn nicht wir in den Kommunen, könnte das besser tun - darum werden wir diese Arbeit fortführen im Sinne der Völkerfreundschaft.“

Ein glanzvoller Ausklang

Ein schwungvoller Auftritt der „Musicanti di San Crispino“ mit Trompeten, Fanfaren und Trommeln sowie ein bezauberndes Feuerwerk, das sich mit den Lichtern in der Ebene mischte, sorgten am Sonntagabend für Gänsehaut. Beim fröhlichen Ausklang am Stand der „Lossesterne“ wurde noch getanzt, gelacht und gefeiert – und so wurde auch das Aufräumen zu einer beschwingten Aufgabe.

Mit vielen schönen Eindrücken und gestärkten Freundschaften kehrte die Kaufunger Delegation etwas müde nach Hause zurück – im Bewusstsein, dass am ersten Septemberwochenende in Bertinoro einmal mehr „Europa von unten nach oben“ gelebt wurde. (ISa)