Happy Birthday Bürgerhaus Kaufungerwald! 50. Geburtstag und Wiedereröffnung wurden mit Festakt begangen
Nach gut einem Jahr Bauzeit wurde das von Grund auf sanierte Bürgerhaus Kaufungerwald am 5. Juli mit einem Festakt wiedereröffnet. Gefeiert wurde aber nicht nur das Ergebnis der Sanierungsarbeiten, sondern auch der 50. Geburtstag des Bürgerhauses, das seit 1962 als Stätte der Begegnung und Sitz der Verwaltung einen wichtigen Beitrag im gemeindlichen Leben in Kaufungen leistet.
Seit April 2012 wurde kräftig gehämmert, gemeiselt und gebohrt. Der große Bürgerhaussaal und Teile des Gaststättentraktes wurden komplett entkernt und von Grund auf saniert. Von dem Ergebnis überzeugen konnten sich rund 350 Besucherinnen und Besucher, darunter Landrat Uwe Schmidt, Bundestagsabgeordnete Ulrike Gottschalck, Landtagsabgeordneter Timon Gremmels und zahlreiche Vertreter aus Kommunalpolitik, Kirchen, Vereinen, Verbänden, Schulen, Handel und Gewerbe, im Rahmen der festlichen Wiedereröffnung. „Wir haben uns bemüht, Traditionen aufzunehmen, Bewährtes zu bewahren, aber auch konsequent dieses Haus auf die Zukunft auszurichten, damit es nachfolgenden Generationen dienen kann, wie es uns und den Generationen vor uns gedient hat“, sagte Bürgermeister Arnim Roß in seinem Grußwort und betonte, dass das Bürgerhaus ein Zentrum der Gemeinschaft und damit vor allem auch ein Ort der Vereine sei. „Es war uns wichtig, dass das Festwochenende wieder vorwiegend von Kaufunger Vereinen gestaltet wird“, so der Verwaltungschef, „Das ist eine gute Tradition in unserer Gemeinde.“ Landrat Uwe Schmidt beglückwünschte Kaufungen zu dem frisch sanierten Saal, in dem zukünftig die Gemeinschaft und der Zusammenhalt weiter gestärkt werden können. Beeindruckt von der gelungenen Sanierung zeigte sich auch Dekanin Carmen Jelinek, die in Vertretung für die Kirchen, Vereine und Verbände in Kaufungen sprach. „Das Bürgerhaus ist zum Schmückstück geworden und wirkt modern und zeitgemäß“, so die Dekanin. Es sei ein Aushängeschild der Gemeinde und solle zukünftig der Ort sein, von dem viele Impulse ausgehen. Mit dem Bürgerhaus groß geworden ist Architekt Joachim Döring, der im August 2011 den Auftrag für die energetische Sanierung des Bürgerhauses bekam und seitdem fast täglich auf der Baustelle anzutreffen war. „Unser Entwurf hatte das Ziel, ein nutzerfreundliches Raumangebot zu schaffen und die Funktionsweise zu optimieren“, so der Kaufunger Architekt. Man habe dabei besonders auf den energetischen Gesichtspunkt großen Wert gelegt. „Ich danke besonders dem Gemeindebauamt für die gute Zusammenarbeit und denke, dass sich das Ergebnis sehen lassen kann.“ Etwas inoffizieller, aber dafür nicht weniger interessant ging es im Anschluss an die Grußworte beim Nähkästchengeplauder von „Annchen“ (Almut Weingart) und „Brigidde“ (Brigitte Grziwa) zu. Als gemeindliche Putzfrauen enthüllten sie so manch unausgesprochenes Geheimnis und brachten so das Publikum zum lachen. „Damals, in 1962, als das Bürgerhaus gebaut wurde, haben die so ein großes Loch ausgehoben, dass ich dachte, es käme ein Schwimmbad hin“, schmunzelte s´Annchen.
Im Rahmen des Festaktes wurde zum ersten Mal in der Kaufunger Gemeindegeschichte der Innovationspreis in den Kategorien Bildung und Kultur, sowie bürgerschaftliches Engagement verliehen. „Gewürdigt werden innovative Projekte, die eine zentrale Bedeutung für die Zukunftsfähigkeit von Kaufungen haben und richtungweisend sind“, erklärte Bürgermeister Roß. Durchgesetzt haben sich drei Projekte von Kaufunger Bürgerinnen und Bürgern, die das Preiskomitee, das unter anderem aus dem Bürgermeister, der Ersten Beigeordneten, dem Vorsitzenden der Gemeindevertretung und den Fraktionsvorsitzenden der in der Gemeindevertretung Kaufungen vertretenen Fraktionen besteht, durch ihre Kreativität und Innovationskraft überzeugt haben. In der Kategorie bürgerschaftliches Engagement ging der mit 1000 Euro dotierte Preis an die Bürgerinitiative „Kaufungen gestaltet Zukunft“, die sich vor Ort für die Entwicklung Kaufungens einsetzt. Ihre Projektidee bezieht sich auf die Anschaffung von Medien zum Thema Energie, Klimawandel, zukunftsfähige Relokalisierung und Regionalentwicklung, die in den Gemeindebüchereien in Kaufungen aufgestellt werden sollen. „Um auf die lokalen Probleme aufmerksam zu machen, braucht man ausreichend Informationen sowie einen leichten Zugang für alle relevanten Zielgruppen im Ort“, so heißt es in der Projektbeschreibung. Außerdem will die Bürgerinitiative mit dem Preisgeld eine Ausstellung zu den Themenschwerpunkten konzipieren. In der Kategorie Bildung und Kultur ging der Innovationspreis gleich an zwei Gewinner: Thorsten Gornetzki bietet mit einer „Fahrrad Selbsthilfe Werkstatt“ Zweiradliebhabern kostenlose Hilfe an und zeigt, wie man das eigene Fahrrad selbst reparieren kann. Für diese Idee bekam er 300 Euro. 700 Euro gingen an das Projekt „Gemeinschaftsgarten Kaufungen“. Hier wollen engagierte Bürger naturpädagogische Lernangebote für Kaufunger Schulen und Kindertagesstätten anbieten. Kostenlose Gartenparzellen sollen zur Verfügung gestellt werden, um Kindern und Jugendlichen die lokal produzierten Lebensmittel näher zu bringen und zu zeigen, wie der Gemüseanbau funktioniert. Überreicht wurden die Preise vom Vorsitzenden der Gemeindevertretung, Karl Hellmich und Bürgermeister Arnim Roß.
Musikalisch umrahmt wurde der Festakt von der Band Funkstörung unter der Leitung von Peter Hoffmann. Mit Saxophon, Klarinette, Bass, Piano und Schlagzeug präsentierten die jungen Musikerinnen und Musiker der Musikschule Söhre Kaufunger Wald selbst arrangierte Songs. Musikalisch eingebunden wurden die Zuschauer im sanierten Bürgerhaussaal am Ende der Veranstaltung: Gemeinsam wurde „Mein Lossetal“ gesungen, ein Lied, das als Zeichen der Verbundenheit zu Kaufungen von dem Wahl-Kaufunger Heinrich Clos gedichtet wurde.