Gemeinsam auf Entdeckungstour zur Graffiti- und Street Art in Kassel
Menschen zusammenzubringen und den städtischen Raum mit großformatiger Kunst zu bereichern: Das sind die erklärten Ziele des 2015 gegründeten Graffiti‐Projekts KolorCubes. Was mit drei Wandgestaltungen im Kasseler Schillerviertel begann, hat sich schnell zu einem überregional bekannten Projekt entwickelt. Gemeinsam mit internationalen Künstlerinnen und Künstlern wurden mittlerweile über 30 Großwände in Kassel gestaltet, neben zahlreichen „kleineren“ Werken.
Mit 30 Teilnehmenden starteten wir auf Zwei- und Dreirädern, drei Rikschas und dem Rollstuhltransportrad im Schillerviertel, Kassels größter Freiluftgalerie. Unser Guide, Dustin Schenk, 1. Vorsitzender von KolorCubes, war großartig. Er hat uns seinen Wissensschatz über die facettenreiche Welt der Street Art von den Anfängen bis zum Aufstieg als etablierte Kunst, die Künstlerinnen und Künstler, deren Hintergründe und ihre Techniken total sympathisch nähergebracht. Uns im wahrsten Sinne des Wortes „die Augen geöffnet“, mit interessanten Insidergeschichten der Szene und Antworten auf alle unsere Fragen: Wieso ist der Astronaut mit Sofa abgebildet oder wie lange dauerte es so ein gigantisches Bild auf die Fassade zu bringen? So entstand ein lebendiger, offener Austausch zu vielfältigen Fragestellungen rund um das Thema Kunst im öffentlichen Raum, Graffitis im Speziellen, zu den Künstlerinnen und Künstlern, Entstehungsprozessen, Entwicklung, Kosten usw. Wir entdeckten völlig neue Seiten von Kassel, die bisher im Verborgenen geblieben sind.
Bei den Teilnehmenden kam die Führung sehr gut an. „Ich wohne jetzt schon so lange nahe Kassel, doch nun gehe ich mit ganz anderen Augen durch die Stadt“, lobte beispielsweise eine Mitradlerin.
So erstaunlich es war, all diese Geschichten von einer Person zu hören, die die Street-Art-Szene lebt und atmet, war es für Dustin doch auch etwas Neues und Aufregendes, die erste Führung mit Fahrrädern. Unsere vielfältige und große Gruppe hat ihn sichtlich beeindruckt. Mit den drei Rikschas und unserem Rollstuhltransportrad ermöglichen wir einen niedrigschwelligen Zugang zu Kultur und Teilhabe. Unsere geführten Radtouren bringen Menschen zusammen, die sonst vielleicht nicht teilnehmen würden bzw. könnten, und stärkt so das Miteinander in Kaufungen. Ein Beispiel dafür, wie auch Kulturarbeit mit den unterschiedlichen Rädern aus dem Kaufunger-Lastenradverleih KLARA, in Verbindung mit „Radeln ohne Alter“, wirken kann: Leicht zugänglich, gemeinschaftlich und mit viel Herz organisiert.