Glück auf! Familientag im Bergwerkmuseum Rossgang
Die Sonne meinte es noch einmal gut an diesem Sonntag, am langen Gartenzaun des Bergwerkmuseums Rossgang lehnten viele Fahrräder und auf dem Gelände tummelten sich zahlreiche neugierige Gäste.
Direkt am Eingang wartete Museumsmitarbeiterin Sabine Bulik mit einem herzlichen Empfang – flankiert von zwei original Bergmannsoutfits, komplett mit Gerätschaften, die früher unter Tage zum Einsatz kamen. Antonella (8) und Paolina (4) zögerten nicht lange: Die Uniformen mit den goldenen Knöpfen waren einfach zu verlockend. Mit Berglampe in der einen und Spitzhacke in der anderen Hand posierten die beiden für einen originellen Schnappschuss.
Bürgermeister Arnim Roß begrüßte alle Gäste und richtete seine Worte besonders auch an die Mitglieder des Bergbauvereins Borken, die in ihren Bergmannsuniformen erschienen waren. In seiner Rede ließ er die Geschichte des Bergbaus kurz aufleben. Im 16. Jahrhundert wurde an dieser Stelle in Kaufungen zunächst Alaun gefördert, da die Lage des Standortes ideal war. Später kam der Braunkohleabbau dazu, der dann bis ins späte 20. Jahrhundert reichte. 1971 schloss die Zeche Freudental und mit ihr wurde die fast fünfhundertjährige Bergbautradition in Oberkaufungen beendet. Der Rossgang wurde von ehemaligen Bergleuten liebevoll und originalgetreu restauriert und wurde schließlich 1983 als Bergwerkmuseum eröffnet. Dass diese Vergangenheit auch heute noch immer spürbar ist, zeigte sich erst kürzlich auf eindrückliche Weise bei einer Beschädigung des historischen Passstollens. „Deshalb ist es gut, dass wir die Erinnerung an den Bergbau in Kaufungen wach halten und das Wissen bewahren – so wie es hier im Rossgang und im Regionalmuseum dokumentiert wird", so Roß. Sein Dank galt allen Helfenden, die diesen Tag möglich gemacht hatten.
Peter Groß vom Museumsverein stellte im Anschluss das Nachmittagsprogramm vor: Führungen, Mal- und Bastelaktionen für die Kinder und ein Quiz, bei dem es als Hauptpreis eine Rikschafahrt zu gewinnen gab. Mit diesen umweltfreundlichen Pedalenfahrzeugen konnte man sich auch an diesem Sonntag bequem vom Bahnhof Oberkaufungen durch die Freudentalstraße bis kurz vor das Museumsgelände chauffieren lassen – auf ganz entspannte und gesellige Art.
Lebendig wurde es bei der Führung durch das Rossgang-Gebäude. Wie funktioniert eigentlich ein Pferdegöpel? Was ist Alaun – und was hat es mit dem merkwürdigen Geruch auf sich? Wie war das Leben der Bergleute wirklich, mit langen Arbeitswegen, harter körperlicher Arbeit und dem ständigen Risiko unter Tage? Barbara Orth beantwortete all diese Fragen mit viel Wissen und wer wollte, durfte am Ende auch einmal die Glocke der Signalanlage am Schacht anschlagen.
Für das leibliche Wohl war natürlich ebenfalls gesorgt: Der Verein „Zeitsprung“ und das Mitarbeiterteam des Museums verwöhnte die Gäste mit Bratwurst, kühlen Getränken, Kaffee und leckerem selbst gebackenem Kuchen. Unter alten Bäumen saßen große und kleine Gäste beieinander, plauderten und genossen den Nachmittag bei diesem gelungener Auftakt in die neue Museumssaison. Glück auf!
(ISa)
Öffnungszeiten des Museumsbergwerks Rossgang in dieser Saison
Von April bis Oktober sonntags von 11.00 – 17.00 Uhr geöffnet.
Öffentliche Führung von 15-17 Uhr jeden letzten Sonntag im Monat.
Bergwerkmuseum Rossgang, Am Roßgang 5, 34260 Kaufungen
Kontakt: 05605 802 1420 (Büro des Regionalmuseums)