„Kaufungen zum Anbeißen“
Am ersten Septemberwochenende feierte unsere italienische Partnergemeinde Bertinoro - wie in jedem Jahr - mit dem Festa dell'Ospitalità 2013 ein großes Musik- und Kulturfestival. In den Abendstunden präsentierten Tanz- und Musikgruppen Jazz, Folk, Rockmusik und traditionelle Stücke auf den vielen kleinen und großen Plätzen der Altstadt auf dem Hügel. Fröhliche Menschen aller Altersgruppen schlenderten durch die engen Gassen mit dem Kopfsteinpflaster, genossen die milde Abendluft und ließen sich den heimischen Wein schmecken. Handgefertigter Schmuck,
Textilien, Zeichnungen und Süßigkeiten wurden an kleinen Verkaufsständen angeboten und ein Popcornduft zog durch die malerischen Straßen. Beim Blick über die alte Mauer, die den Altstadtkern Bertinoros umgibt, wurde man mit dem weiten Lichtermeer der Po-Ebene belohnt - kein Wunder, dass man hier auch vom „balcone della Romagna“, dem Balkon der Region Romagna, spricht! Doch nur von einer spektakulären Aussicht wird man nicht satt und so gab es auch an diesem Festwochenende eine zentrale Anlaufstelle an der „Piazza della Libertà“. Hier vor dem mittelalterlichen Rathaus Bertinoros konnte man den ganz besonderen Anziehungspunkt für Italiener aller Altersgruppen finden, den Verkaufsstand der Kaufunger P artnergemeinde! Frisch gegrillte Bratwurst und deutsches Bier waren traditionsgemäß im Angebot - und äußerst beliebt bei den Besuchern. Es war amüsant, zu beobachten, wie sich junge, hübsche Italienerinnen ebenso wie ältere, vornehm in Kostüme gekleidete „Mammas“ die Bratwurst im Brötchen schmecken ließen und dabei mit einem kräftigen „Hellen“ nachspülten. „Ein Mann hat tatsächlich drei Würste hintereinander bestellt - für sich selbst!“, bemerkte ein Mitarbeiter des Naturfreunde -Teams, das in diesem Jahr den Stand betreute. Bei soviel Begeisterung machte das Grillen und der Verkauf natürlich Spaß. Dabei war es gerade an den ersten beiden Abenden des Festes harte Arbeit und bedurfte einer ausgefeilten Organisation, immer rechtzeitig genügend Grillgut und aufgebackene Brötchen vorrätig zu haben, damit die Schlangen vor dem Verkaufstresen nicht zu lang wurden. Aber die Naturfreunde beherrschten die Sache hervorragend. Sie waren ein eingespieltes Team, drehten sich wendig und schnell und hatten dabei sogar noch Zeit, ab und zu das Weinbecher-Angebot der italienischen Zeltnachbarn anzunehmen und sich allseits fröhlich zuzuprosten. „Wir wurden sehr herzlich empfangen von unseren Standkollegen aus Italien“, da war sich die Gruppe einig. Auch das Gemeinschaftsgefühl untereinander kam dabei nicht zu kurz: wer nicht gerade arbeitete, saß in der Nähe auf Bierzeltgarnituren - immer bereit, mit anzufassen, wenn der Ansturm an nachgefragten Bratwürsten oder Bierbechern zu groß wurde. Mit von der Partie waren auch einige Vereinsmitglieder der „Lossesterne“, die im kommenden Jahr mit ihrer eigenen Delegation nach Bertinoro reisen und die Tradition fortsetzen werden.Begegnung, Freundschaft, gegenseitige Hilfestellungen - an diesem Wochenende konnte man Städtefreundschaft einmal ganz praktisch erleben.