Kaufunger Jugendforum 2026: Das Leben in der Kunigundengemeinde mitgestalten
Mitreden, mitmachen, mitgestalten - Das Kaufunger Jugendforum 2026 lud auch in diesem Jahr wieder Kinder und Jugendliche der Kunigundengemeinde zum Austausch bei Snacks und Getränken in die Haferbachhalle ein. Das Jugendforum ist keine klassische Sitzung, sondern ein niedrigschwelliges Format, in dem junge Menschen mit Kaufungens Bürgermeister Arnim Roß, Vertreterinnen und Vertreter der kommunalen Politik und Mitarbeitenden der Jugendarbeit und aus der Verwaltung ins Gespräch kommen und ihre Themen selbst setzen können.
Im Mittelpunkt stand die Frage: „Was gefällt euch an Kaufungen, was fehlt euch und was würdet ihr gerne verändern oder selbst mitgestalten?“
Das diesjährige Jugendforum eröffnete nach einer kurzen Vorstellungsrunde der Erwachsenen Bürgermeister Arnim Roß. „Der Sinn und Zweck des Jugendforums ist, miteinander ins Gespräch zu kommen. Unsere Demokratie lebt davon, dass alle mitmachen“, stellte Roß klar. Er wand sich direkt an die Jugendlichen: „Ihr lebt in der Kunigundengemeinde und wir wollen, dass ihr hier ein gutes Leben habt. Schön, dass ihr da seid, ich freue mich auf unsere Diskussionen!“
Hannah Dreher, Kinder- und Jugendbeauftragte der Kunigundengemeinde stellte das Mitmach-Konzept des Nachmittags vor: An fünf Thementischen sollte diskutiert und jeweils Wünsche und Projektideen notiert werden.
Thementisch 1 widmete sich dem Thema „Aufenthaltsorte in Kaufungen“, Thementisch 2 dem Bereich „Freizeit & Sport“, Thementisch 3 den „Veranstaltungen & Aktionen“ und Thementisch 4 dem Thema „Mitreden & Mitgestalten“. Ganz neu war der fünfte Thementisch mit dem Titel „Was uns noch wichtig ist“: Er bot Platz für alle Ideen und Wünsche, die an den anderen Tischen keinen Raum gefunden hatten. „Wichtig ist uns eure Sicht auf Kaufungen“, betonte Dreher.
Den inhaltlichen Auftakt des Nachmittags bildete eine Fragerunde. Die Teilnehmenden konnten ihre Einschätzung zum jeweiligen Statement zum Ausdruck bringen, indem sie sich im Raum positionierten: bei „Trifft voll zu“, bei „Trifft gar nicht zu“ oder irgendwo dazwischen. Beim Statement „Ich verbringe meine Freizeit gerne in Kaufungen“ fiel die Zuordnung erfreulich eindeutig aus: Alle stellten sich auf die Seite „Trifft voll zu“. Die Aussage „Es gibt in Kaufungen genug Orte, an denen sich Jugendliche treffen und Zeit verbringen können“ machte hingegen deutlich, dass die jungen Teilnehmenden dieser Einschätzung nicht zustimmten. Auch bei der Frage, ob sie sich mit ihren Anliegen ausreichend gehört fühlten, zeigte sich, dass einige Jugendliche dies nicht so empfanden.
Dahingegen wussten die Teilnehmenden, an wen sie sich wenden können, wenn sie eine Idee oder Wünsche für Kaufungen haben.
Im Anschluss erörterte Hannah Dreher, was Jugendbeteiligung alles beinhaltet und präsentierte den aktuellen Stand bei den Projekten Pumptrack und Spielplatz am Steinertsee. „Anfang Oktober gab es für den Pumptrack das erste Treffen mit dem Planungsbüro“, berichtete Dreher. „Aktuell werden die Gegebenheiten vor Ort aufgenommen und die Ausführungsplanung erstellt.“ Eine Beteiligung mit Jugendlichen sei für Januar 2027 geplant, mit dem Ausschreibungsprozess für eine Baufirma könne dann voraussichtlich im Januar oder Februar 2027 begonnen werden.
Auch für die Neugestaltung des Spielplatzes am Steinertsee, für die im Vorfeld zwei Beteiligungsformate stattfanden, gab es interessante Neuigkeiten: „Die Planung wurde fertiggestellt und die Auftragsvergabe wurde durch die Gemeindevertretung beschlossen“, teilte Dreher mit.
Ein großes Anliegen: Aufenthaltsorte und deren Optimierung
Anschließend verteilten sich die Jugendlichen und die KommunalpolitikerInnen an die Thementische. Hier wurde für jeweils circa 15 Minuten offen diskutiert und die Vorschläge konnten direkt schriftlich festgehalten werden.
Ein Wunsch, der regelmäßig und durch alle Generationen hinweg geäußert wird, ist der nach einem Schwimmbad in Kaufungen. Dass nicht alle Ideen umsetzbar seien, beispielsweise aus finanziellen Gründen, gehöre zum Austausch dazu, so Bürgermeister Arnim Roß. „Wir werden in dem Fall des Schwimmbades Alternativen prüfen, zum Beispiel eine verbesserte Bus-Verbindung im Stundentakt zu den nächstgelegenen Schwimmbädern.“
Was die Jugendlichen innerhalb des Jugendforums außerdem besonders beschäftigte: Aufenthaltsorte oder die Optimierung bestehender Treffpunkte. Eine Überdachung am Skateplatz, mehr Sitzmöglichkeiten und ein Besen zum Bereinigen der Fläche von Scherben waren einige der geäußerten Wünsche.
Willkommen waren auch Ideen für die Angebote der Jugendarbeit der Gemeinde: Hier schlugen zwei Mädchen etwa ein Töpferkurs vor und wünschten sich generell Wochenend-Ausflüge sowie altersspezifische Kinderdiscos. Unter dem Überpunkt „Veranstaltungen & Aktionen“ wurde spezifisch nach Musikwünschen für das nächste Steinertsee Open Air gefragt. Hier standen Deutschrap und Techno bei den Jugendlichen hoch im Kurs.
Am fünften Thementisch „Was uns noch wichtig ist“ wurde wiederholt der Wunsch nach mehr Aktionen für ein sauberes Kaufungen geäußert. Als Beispiel nannten die Jugendlichen eine monatliche Müllsammelaktion. Auch der wiederkehrende Vandalismus am Parcours-Platz und an der Skateanlage sowie Ideen zur Prävention waren immer wieder Thema in den Gesprächen. Weitere spezifische Wünsche bestanden nach mehr Beleuchtung wie etwa durch Lichterketten oder nach grüneren Flächen durch Baumpflanzungen.
Zum Abschluss wurden alle Ideen und Anregungen aus den Thementischen in großer Runde zusammengetragen und diskutiert. Gemeinsam konnten die Teilnehmenden noch einmal ins Gespräch kommen: Was ist für ihren Alltag wirklich wichtig? Was gibt es schon und was könnte verbessert werden? Und was läuft eigentlich richtig gut? Hannah Dreher sammelte die Notizen ein, die nun die Grundlage für das kommende Jahr bilden.
Ob alltägliche Dinge oder große Themen – auch das diesjährige Jugendforum bot wieder Raum für das, was die jungen Menschen in der Kunigundengemeinde wirklich bewegt.