Mit Schleife in die Zukunft: Regionalmuseum schließt ab 16. Februar für umfassende Sanierung

Eine übergroße Schleife ziert seit Kurzem den Eingang des Regionalmuseums Alte Schule. Sie steht nicht für einen Abschied, sondern für einen Neubeginn. Ab dem 16. Februar schließt das Museum seine Türen, um in den kommenden Jahren grundlegend saniert und inhaltlich neu aufgestellt zu werden.


Nachdem die Gemeindevertretung in ihrer letzten Sitzung grünes Licht für die Vergabe zentraler Bauleistungen gegeben hat, beginnt nun offiziell die Sanierungsphase. Museumsleiter Hauke Homeier brachte die symbolische Schleife gemeinsam mit Bürgermeister Arnim Roß am Gebäude an – mit dem Versprechen, sie nach Abschluss der Arbeiten feierlich zu durchschneiden.

„Für das Museum ist die Sanierung, die zu rund zwei Dritteln aus Fördermitteln finanziert wird, eine große Chance, um sich zukunftsfähig, modern und vor allem barrierefrei aufzustellen“, betont Bürgermeister Arnim Roß.

Bauliche und konzeptionelle Erneuerung für ein Museum der Zukunft

Ziel der baulichen Umgestaltung ist die barrierefreie Erschließung aller Ausstellungsgeschosse durch einen Aufzug, die Ertüchtigung des Brandschutzes, eine energetische Sanierung sowie eine bauliche Verbindung zum benachbarten Mitmachhaus. Darüber hinaus werden Raumstrukturen, Besucherführung und technische Ausstattung grundlegend optimiert, um den Anforderungen moderner Museumsarbeit dauerhaft gerecht zu werden.

Ein Verbindungsbau bindet das Mitmachhaus funktional an das Museum an und verbessert die gesamte Besucherinfrastruktur deutlich. Der darin befindliche Aufzug soll nicht nur alle Ausstellungsebenen des Museums erschließen, sondern auch die im Dachgeschoss des Mitmachhauses untergebrachten Räume der Musikschule barrierefrei zugänglich machen.

Parallel zur baulichen Sanierung wird die Dauerausstellung vollständig neu konzipiert. Die Präsentation der Inhalte setzt künftig auf eine spannende Mischung aus bewährten Themen und neuen, auch überraschenden Perspektiven. Zentrale Aspekte der Kaufunger Geschichte erhalten einen zeitgemäßen Platz in einer modernen Gestaltung.

Museumsarbeit geht weiter – auch ohne Hauptgebäude

Auch während der Sanierungszeit bleibt das Museum präsent. Der zweite Museumsstandort Rossgang wird besonders belebt, unter anderem mit dem Rossgangfest im Mai sowie öffentlichen Führungen an jedem letzten Sonntag im Monat.

Die historische Museumsschmiede auf dem Museumsgelände wird weiterhin betrieben, inklusive Grundkursen im Schmieden und speziellen Messerkursen. Museumsobjekte werden zudem an anderen Orten gezeigt oder in Veranstaltungen eingebunden – etwa in Schulen, beim Feierabendmarkt (beispielsweise mit einer Bergmann-Selfie-Station), im Rathaus oder an Orten mit historischem Bezug zu Kaufungen.

„Wir planen auch Projekte zum Thema Friedenspfad, Aktionen zur historisch-politischen Bildung, Museumsveranstaltungen an externen historischen Orten sowie Depot- oder Baustellenführungen“, verkündet Museumsleiter Hauke Homeier. Alle Veranstaltungen sind im Eventkalender der Kunigundengemeinde (www.kaufungen.eu/Veranstaltungen ) zu finden.

Finanzierung

Für die bauliche Sanierung sind 4 Millionen Euro eingeplant. Dafür werden Zuschüsse aus dem Städtebauförderprogramm „Lebendige Zentren“ über rund 2,67 Millionen Euro erwartet. Ausgeschrieben wurden im ersten Ausschreibungspaket mehr als 60 Prozent der Bauleistungen. Das Ausschreibungsergebnis liegt mit ca. 270.000 Euro deutlich unter dem Budget. Diese erfreuliche Entwicklung hat in der Sitzung der Gemeindevertretung zu der großen Mehrheit für die Auftragsvergabe beigetragen. Zwei Drittel der Anwesenden stimmten dafür. Es gab nur vier Nein-Stimmen.