Aktiv und engagiert
In dieser neuen Rubrik, „Aktiv und engagiert“, wollen wir Ihnen künftig Menschen vorstellen, die im Hintergrund von Kaufunger Vereinen, Verbänden, Kirchen, Schulen oder anderen Institutionen ehrenamtlich arbeiten und viel Zeit darin investieren, anderen zu helfen. Falls Sie auch jemanden kennen, der in dieser Form einmal gewürdigt werden sollte, dann melden Sie sich bei uns (per Mail: j.schimpf@kaufungen.de/ Telefon: 05605-802-1370).
„Ich engagiere mich ehrenamtlich, weil es mir Spaß macht und man Dank und Anerkennung bekommt.“
Name: Erika Seemann (69 Jahre)
Kinder: 1 Tochter und 3 Enkelkinder
Beruf: Früher: Leasing-Sachbearbeiterin, heute: Rentnerin
Hobbys: Lesen, reisen und sich ehrenamtlich betätigen
Ehrenamtliche Tätigkeit: Vorlesepatin in der Bücherei Kaufungen und in den Kindertagesstätten Pusteblume und Zur Schönen Aussicht
Frau Seemann, wie sieht Ihre ehrenamtliche Tätigkeit aus? Was genau machen Sie?
Ich helfe ehrenamtlich in der Bücherei in Oberkaufungen aus. Ich bin da, wenn andere ausfallen oder Sonderaktionen, wie der Bücherflohmarkt oder die Ferienspiele stattfinden. Außerdem lese ich abwechselnd in den Kindergärten Pusteblume und Schöne Aussicht vor. Die Kinder sind total begeistert. Die kennen mich mittlerweile schon und kommen schon von selbst angeflitzt. Ab und zu lese ich auch noch im Altenheim vor. So einmal im Monat.
Wie sind Sie zu Ihrem Ehrenamt gekommen?
In 2005, als ich in Rente gegangen bin, habe ich die damalige Büchereileiterin, Frau Weidner, angerufen und gefragt, ob sie nicht eine ehrenamtliche Helferin gebrauchen könnte. Ich wollte irgendetwas Vernünftiges machen. Und da ich gern lese, war das ein Anhaltspunkt für mich.
Wie viel Zeit investieren Sie pro Woche in Ihre ehrenamtliche Tätigkeit?
Normalerweise arbeite ich montags von 9.30 bis 12 Uhr und mittwochs von 10 bis 12 Uhr in der Bücherei. Und ich helfe aus, wenn Mitarbeiter mal ausfallen. Dienstags lese ich dann immer abwechselnd in den Kindertagesstätten Pusteblume und Zur Schönen Aussicht vor. Das Vorlesen dauert meistens eine dreiviertel Stunde.
Was lesen Sie den Kindern und Senioren im Altenheim vor?
Für die Kindergärten nehme ich meistens Kinderbücher aus der Bücherei mit. Im Altenheim lese ich oft Märchen und Sagen vor. Keine schwere Kost. Till Eulenspiegel mögen sie zum Beispiel immer sehr gerne.
Was hat Sie zu Ihrem Engagement bewegt?
Ich wollte einfach was Sinnvolles tun, wenn ich in Rente bin. Ich habe immer Vollzeit gearbeitet und das wäre für mich unvorstellbar gewesen, auf einmal nur zuhause zu bleiben. Außerdem habe ich nie die Gelegenheit gehabt, mich ehrenamtlich zu betätigen. Ich wollte einfach der Gesellschaft was Gutes tun, da ich der Meinung bin, dass die Gesellschaft mir auch immer was Gutes getan hat.
Was ist Ihnen während Ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit bislang in besonderer Erinnerung geblieben? Gab es besondere Momente?
Es ist eigentlich jedes Mal schön, wenn die Kinder sich auf mich freuen. Dann stürmen sie auf mich zu. Ein persönliches Highlight gab es für mich während der Ferienspiele in der Bücherei. Ich habe dort jeden Tag vorgelesen, außer einmal, da konnte ich nicht. Zwei Kinder waren an diesem Tag extra wegen mir gekommen und ganz traurig, dass ich nicht da war. Dann musste Frau Schönig, die jetzige Büchereileiterin, für mich einspringen.
Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Ich wünsche mir, dass sich mehr Leute ehrenamtlich betätigen. Ich glaube, dass ganz viele Menschen nicht wissen, was sie mit ihrer Zeit anfangen sollen. Und sie wissen nicht, was man eigentlich alles tun kann. Und das wünsche ich mir. Man sollte auch etwas zurückgeben.
Für mich persönlich wünsche ich mir, dass ich noch viele weitere Jahre vorlesen kann und die Kinder sich weiter so freuen, wenn ich da bin.