Niederkaufunger Klaus Fischer arbeitet ehrenamtlich mit Dorfleben Kaufungen e.V. Sitzgruppe am Backhaus auf
Klaus Fischer aus Niederkaufungen hält sich gerne am Backhaus auf – der Platz hat mehrere Sitzbänke mit Tisch, liegt malerisch an der Losse und ist ein beliebter Nachbarschafts-Treffpunkt. Dass die Sitzgruppen nicht mehr allzu gut in Schuss waren, ist nicht nur Fischer aufgefallen- die Witterung und die Zeit haben ihre Spuren hinterlassen. Statt sich darüber zu ärgern und zu beschweren, überlegte er – „Was kann ich tun?“ Fischer ist Rentner, verbrachte sein Berufsleben als Messebauer und ist nach wie vor handwerklich interessiert. Die Inspiration dazu erhielt er aus einer ähnlichen Geschichte aus Espenau, die er in der Presse verfolgte. Kurzerhand war der Entschluss gefasst – „Ich mache es einfach selbst!“, so Fischer. „Ich habe jetzt Zeit dafür und es ist ja immerhin auch meine eigene Nachbarschaft, ich halte mich hier gerne auf.“ Als aktives Mitglied von Dorfleben Kaufungen e.V. stellte Fischer seine Idee bei einem Vereinstreffen vor und gewann sofort die Unterstützung der anderen Mitglieder.
Fischer nahm Kontakt zum Bauhof der Kunigundengemeinde und zum ortsansässigen Schreiner Kiphenn auf. „Die Kommunikation lief auf allen Seiten sehr gut“, freute sich Fischer. Der Schreiner beriet ihn bezüglich des Materials und gab ihm hilfreiche Tipps für die Aufarbeitung. Das Team des Bauhofs unter Leitung von Klaus Diebel stand ebenfalls beratend zur Seite und freut sich über die Unterstützung. Die Kosten für das Material wurden von der Gemeinde übernommen, die Arbeit selbst übernahmen Fischer und weitere Mitglieder von Dorfleben Kaufungen e.V. ehrenamtlich.
„Es ist immer leicht, sich zu beschweren“, so Fischer. „Selbst aktiv zu werden ist schwieriger – aber das wichtigste ist, es einfach zu probieren und nicht immer zu warten, bis andere aktiv werden.“ Das hat gut funktioniert – die Sitzgruppen aus Tropenholz konnten komplett restauriert werden aus den bestehenden Materialien und mit handelsüblichem Werkzeug. Einzelne Elemente wurden von den Ehrenamtlichen abgeschraubt, gereinigt, teilweise an der Hobelbank vom Schreiner bearbeitet, geschliffen und geölt. „Das hat jeweils auch gar nicht so lang gedauert“, so Fischer. „Man darf sich auch keine zu großen Projekte vornehmen, es muss eben machbar sein.“ Durch die Unterstützung von Dorfleben Kaufungen e.V., die gute Zusammenarbeit mit dem Schreiner, der Kunigundengemeinde und auch der Unterstützung aus seinem privaten Umfeld kam eins zum anderen. Am Ende dabei rausgekommen: Zwei Sitzgruppen die wieder ansehnlich sind und zum Verweilen einladen. Gemeinsam wurde nun noch eine Plakette angebracht.
Auch für weitere Projekte dieser Art steht die Kunigundengemeinde ehrenamtlicher Unterstützung offen gegenüber. „Wenn Bürgerinnen und Bürger bei der Aufarbeitung von Bänken oder anderen öffentlichen Gegenständen mithelfen möchten, ist das immer willkommen“, erklärt Stefan Müller, Fachbereichsleiter Tiefbau, Stadt- und Landschaftsplanung, Infrastruktur. Wichtig sei, sich im Vorfeld mit dem Bauamt der Kunigundengemeinde abzustimmen. „Dann können wir gemeinsam schauen, was möglich ist, welches Material benötigt wird und wie die Arbeiten unterstützt werden können.“ So könne aus bürgerschaftlichem Engagement ganz konkret etwas für das gemeinsame Umfeld entstehen.