Erfolgreiche Gespräche mit Tennet: Bahnstromtrasse soll mit 380-KV-Hochspannungsleitung zusammengelegt werden
Roß: "So stellen wir uns auch das Planfeststellungsverfahren zur A44 vor."


Die bestehende 110-KV-Tasse der Deutschen Bahn soll auf den Masten der geplanten Wahle-Mecklar-Hochspannungsleitung mitgeführt werden, das berichtete ein Sprecher des Stromnetzbetreibers TenneT TSO GmbH vergangene Woche im Rahmen eines Runden Tisches beim Zweckverband Raum Kassel, bei dem auch betroffene Kommunen, unter anderem Vertreter aus Kaufungen, anwesend waren. Nach Angaben des Stromnetzbetreibers sei geplant, die Stromleitungen im Trassenbereich so zu bündeln, dass die bestehende 110-KV-Leitung der Deutschen Bahn zurückgebaut und auf dem Gestänge der 380-KV-Hochspannungsleitung (Wahle-Mecklar) mitgeführt werden soll. 
 
Zwar kann Tennet bislang keine 100-prozentige Garantie für die Umsetzung geben, da noch keine verbindlichen Verträge abgeschlossen wurden, aber man habe auch „keinen Plan B“, berichtet Jens Flemme von TenneT. Für Kaufungen sind das positive Nachrichten. Da die neue 380-KV-Trasse nicht wie ursprünglich von Tennet geplant über das freie Feld in Papierfabrik verlaufen soll, sondern parallel zur vorhandenen Trasse geführt wird, wird die Möglichkeit einer Erweiterung des Gewerbegebiets in Papierfabrik durch die Stromtrasse nicht beeinträchtigt. „Die Verhandlungen zwischen der Gemeinde Kaufungen und dem Stromnetzbetreiber Tennet sind insofern erfolgreich verlaufen. Wir hätten es zwar lieber gesehen, wenn die Stromtrasse gar nicht über unser Gemeindegebiet gebaut würde, aber unter den gegebenen Umständen können wir mit dem Ergebnis zufrieden sein“, berichtet Bürgermeister Arnim Roß.
 
Roß begrüßte das Vorgehen der Firma Tennet im Vorfeld des Planfeststellungsverfahrens bereits den Dialog mit den betroffenen Kommunen zu suchen. Man habe seitens des Stromnetzbetreibers mit den Gemeinden gesprochen und auf deren Forderungen reagiert. „Das Vorgehen der Firma Tennet, die Gemeinden in die Planungen einzubeziehen ist bespielgebend“, so der Verwaltungschef. Gemeinsam mit der Gemeinde Niestetal hat Kaufungen für die Verlegung der Bundesbahnleitung auf die Masten der neuen Trasse plädiert, um die Anzahl der Strommasten in der Landschaft zu reduzieren und Flächen weiter uneingeschränkt nutzen zu können. „Diesen Dialog fordern wir auch bei den Planungen zur A 44“, erklärt Roß. Was ein privater Investor im Falle des Stromnetzbetreibers Tennet könne, sollte erst recht beim Land Hessen möglich sein.
Im Rahmen der Planungen zur A 44 erwartet man seitens der Gemeinde mehr Kooperation, Transparenz und Zusammenarbeit zwischen den staatlichen Handlungsebenen. „Das Land Hessen kann sich im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit Kommunen von Tennet eine Scheibe abschneiden“, sagt der Bürgermeister. Man werde weiter an den Forderungen der Gemeinde festhalten und dafür kämpfen, dass auch bei den Planungen zur A 44 die Interessen Kaufungens berücksichtigt werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geplanter Trassenkorridor der Hochspannungsleitung Wahle-Mecklar