Ideen und Inspirationen für das Eigenheim: Kaufunger Familien öffnen Haustüren und Gartentore für Besucher


Wann kann man schon mal in fremde Gärten linsen? Sich Inspirationen oder Tipps für das eigene Zuhause holen? Am vergangenen Wochenende war das zum ersten Mal in Kaufungen möglich. Insgesamt 19 Gartentore und Haustüren standen zum „Tag der offenen Türen und Gärten“ für interessierte Besucherinnen und Besucher offen. „Viele Familien haben sich bereit erklärt, ihre Häuser und Gärten zu zeigen“, erzählt Steffi Welke von der Bürgerinitiative „Kaufungen gestaltet Zukunft“. Dabei handele es sich nicht nur um klassische Wohlfühlräume, sondern auch um energieeffiziente Häuser und Nutzgärten mit Eigenanbau. Auch Fachwerksanierungen, Solartechniken und Holzpelletheizungen waren dabei. „Diese Familien haben bereits Erfahrungen mit Sanierungen oder energetischen Verfahren gemacht und wollen diese an Interessierte weitergeben“, so Welke. Das Ziel der Veranstalter (Bürgerinitiative „Kaufungen gestaltet Zukunft“) sei, auf den Klimaschutz aufmerksam zu machen und zu zeigen, wie jeder Eigenheim- oder Gartenbesitzer ein Stück zur Energiewende beitragen könne. 
 
Vorzeigeobjekt in punkto Energieeffizienz ist unter anderem das Fachwerkhaus von Familie Liphardt. 2008 wurde das Dach gedämmt und die Sprossenfenster mit Isolierverglasung versehen. Hinter dem malerischen Fachwerkhaus befindet sich ein weitläufiger Garten, der sowohl als Nutzraum als auch als Wohlfühloase dient. Salat, Stangenbohnen, Kräuter und Obstbäume werden hier angebaut. „Alles was wir pflanzen, wird auch verarbeitet“, erzählt Hobbygärtnerin Birgit Liphardt. Aus den angebauten Äpfeln entsteht schnell einmal ein hausgemachter Apfelmus oder Marmelade. Auch in Reiner Nolls Garten blühen die Obstbäume. Der gelernte Steinmetz ist stolz auf seine „grüne Wohlfühloase“, in der neben Tomaten und Kirschen auch Weintrauben und Ingwer angebaut werden. In dem eigenen Biotop leben Frösche, Libellen und Schwalbenschwänze. „Wir sind stolz auf unseren Garten, aus dem wir unsere Kraft schöpfen“, erzählt er. 
 
Wie eine „ressourcenschonende Fachwerksanierung“ funktioniert, wurde auf dem Gelände des ehemaligen Hubenthal-Hofs gezeigt. In Eigenleistung saniert hier die Kommune Lossehof das große Haupthaus. „Wir legen viel Wert auf eine ökologische Sanierung, bei der die traditionelle Ständerbauweise erhalten bleibt“, erklärt Bauhelfer Christoph Rombach. Insgesamt sollen zwei Wohngeschosse entstehen, in denen mehrere Familien wohnen können. Zukunftsweisend und ökologisch orientiert ist auch das Projekt „Zukunft erFahren“ von der Kommune Niederkaufungen. Seit drei Jahren wird hier ein Modellfuhrpark betrieben, der neben Elektroautos auch Lastenräder mit Hilfsantrieb führt. „Im Alltag werden die Fahrzeuge gemeinsam von den Mitglieder der Kommune genutzt“, erklärt Thomas Neuroth von der Kommune Niederkaufungen. Er stehe jedem Interessierten als Beratungsansprechpartner gerne zur Verfügung.