Was tun, wenn es in Kaufungen immer heißer wird? Verschiedene örtliche Experten diskutierten beim Maßnahmenworkshop zum Klimaanpassungskonzept

Wo finden wir Schatten, wenn die Sonne vom Himmel brennt? Welche Orte bleiben auch an heißen Tagen angenehm? Und was kann Kaufungen konkret tun, um sich auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten? Mit diesen Fragen beschäftigten sich 43 Expertinnen und Experten aus verschiedenen Handlungsfeldern, darunter Vereinsvertreter, Gewerbetreibende und Landwirte aus Kaufungen, beim Maßnahmenworkshop zur Erstellung des Klimaanpassungskonzepts.

Zu Beginn begrüßte Erster Beigeordnete Stefan Röttger die Teilnehmenden stellvertretend für Bürgermeister Arnim Roß. Anschließend gab Klimaanpassungsmanager Julius Krause eine Einführung in die Themen Klimaanpassung und natürlicher Klimaschutz. Sebastian Kupski vom Büro INKEK informierte über das Klima allgemein, die klimatische Situation in Kaufungen und die erwarteten Entwicklungen für die kommenden Jahre. Das Klimaanpassungsmanagement und das Büro INKEK stellten außerdem ihre Aufgaben und ihre Rolle im weiteren Prozess vor.

Wie unmittelbar sich das Thema Klimaanpassung auf unseren Alltag auswirkt, wurde bei einem kurzen Klimaspaziergang deutlich. Dabei zeigte Sebastian Kupski, wie unterschiedlich sich beispielsweise versiegelte Flächen und begrünte oder beschattete Bereiche bei Hitze aufheizen. Schnell wurde klar: Ob Asphalt, Beton, Schatten oder Grün – die Wahl der Oberfläche macht einen spürbaren Unterschied für das menschliche Wohlbefinden.

Danach waren die Ideen der Teilnehmenden gefragt. Auf Plakaten konnten konkrete Maßnahmen gesammelt und möglichst genau beschrieben werden. Schon nach kurzer Zeit waren zahlreiche Vorschläge zusammengekommen und es entwickelten sich lebhafte Gespräche: Welche Maßnahmen sind besonders wichtig? Was lässt sich schnell umsetzen? Wo liegen Herausforderungen?

Mehr Grün, mehr Schatten, mehr Abkühlung

Die Ideen waren vielfältig. Für mehr Abkühlung im Ort wurden beispielsweise Kälteinseln, Sprühnebel-Anlagen, zusätzliche Beschattung von Bänken und Parkplätzen sowie Gradierwerke an geeigneten Standorten vorgeschlagen. Auch die Idee, Kirchen an heißen Tagen als kühle Orte zu öffnen, fand ihren Platz auf den Plakaten. Zudem könnten Wegeverbindungen durch die Ortsteile mit ausreichend Ruhe- und Sitzmöglichkeiten ausgestattet werden.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Thema mehr Grün. Vorgeschlagen wurden unter anderem innerörtliche Grünzüge, kleine Parks in Quartiersnähe, grüne Wände sowie Fassaden- und Dachbegrünungen. Auch kommunale Grünflächen könnten stärker ökologisch entwickelt werden – etwa durch Wildblumen- und Insektenwiesen oder weniger häufiges Mähen. Artenreiche Wiesen könnten zudem genutzt werden, um artenarme Flächen gezielt aufzuwerten.

Klimaanpassung wurde dabei nicht nur als Aufgabe der Gemeinde verstanden. Auch private Baumpflanzungen und eine mögliche Bonusregelung für große Bäume in Privatgärten wurden angeregt. Für die Vorsorge bei Trockenheit und Bränden kamen außerdem Vorschläge wie Löschwassersäcke in definierten Radien auf.

Aus Ideen sollen konkrete Maßnahmen folgen

Zum Abschluss präsentierten das Klimaanpassungsmanagement und INKEK die gesammelten Ergebnisse. „Die Vorschläge werden nun fachlich ausgewertet und eingeordnet“, informierte Klimaanpassungsmanager Julius Krause. In weiteren Workshops sollen die Maßnahmen priorisiert, konkretisiert und auf ihre Umsetzungsmöglichkeiten geprüft werden.

„Aus unterschiedlichen Perspektiven wurden zahlreiche Ideen gesammelt“, resümierte Julius Krause nach der Veranstaltung. „Nun gilt es, daraus einen umsetzbaren Maßnahmenplan zu entwickeln, damit Kaufungen auch in Zukunft grün, lebenswert und gut auf klimatische Veränderungen vorbereitet bleibt.“