Erzählcafé „Wege nach Kaufungen“ bei den Dorftagen – Geschichten von Zuwanderung, Flucht und neuen Anfängen

„Wie war das eigentlich bei dir? Erzähl doch mal!“ Bei den Dorftagen in Niederkaufungen gab es am Sonntagnachmittag eine besondere Gelegenheit zum Miteinander reden. Die Besucherinnen und Besucher konnten auf dem Gelände des Hausprojekts Kirschplatz mit Menschen ins Gespräch kommen, die aus verschiedenen Gründen ihre Heimat verlassen haben und schließlich in Kaufungen ein neues Leben begannen.

Menschen – vor allem Frauen – mit sehr vielfältigen Lebens- und Migrationsgeschichten standen in mehreren Runden zu Gesprächen von ca. 20 Minuten mit jeweils einem oder zwei Gästen bereit und teilten ihre Erlebnisse und Gedanken mit Fremden, die sich danach gar nicht mehr so fremd anfühlten.

„Ich habe heute viele gute Gespräche mit netten Menschen geführt und auch einiges über sie erfahren. Es war gar nicht so, dass nur ich erzählt habe, sondern es war ein echter Austausch“, sagte Nadiia Tavenko. Sie floh im Frühjahr 2022 nach dem Angriff Russlands aus der Ukraine nach Kaufungen und arbeitet inzwischen an der Gesamtschule Kaufungen.

Auch die Teilnehmenden waren dankbar für die Möglichkeit, hier bei Limo, Kaffee und Kuchen in ruhiger Atmosphäre im Garten des Hausprojekts Kirschplatz diese besonderen Gespräche zu führen. Eine Teilnehmende sagte: „Ich habe wirklich beeindruckende Frauen kennengelernt. Wir haben einige Gemeinsamkeiten entdeckt.“ Es wurden sogar einige Einladungen ausgesprochen, sich zu besuchen oder in Kontakt zu bleiben.

Das Erzählcafé bei den Dorftagen wurde organisiert von der Koordinierungsstelle „Engagiert in Kaufungen“ und dem Regionalmuseum Kaufungen. „Wir waren selbst gespannt, wie das Angebot angenommen wird. Doch es gab reges Interesse und die meisten „Gastgeberinnen“ waren die ganze Zeit in Gesprächen“, sagte Katharina Reinhold von der Koordinierungsstelle. „Die Rückmeldungen waren von allen Seiten sehr positiv, die Atmosphäre wirklich freundlich und respektvoll. Es war uns wichtig, hier einen geschützten Raum zu schaffen, in dem vertrauensvolle Gespräche stattfinden. Das ist sehr gut gelungen“, ergänzt Museumsleiter Hauke Homeier.