Doppelte Vernissage: Fotos aus dem Land der erloschenen Vulkane treffen deutsch-italienische Umarmung
Ein Festwochenende im Zeichen der europäischen Freundschaft: Am letzten Freitag im Juni gab es doppelten Grund zu feiern – im Rathausfoyer wurde eine Foto-Ausstellung der Stadt Wojcieszów präsentiert, die die Besucherinnen und Besucher in eine der geologisch spannendsten Regionen Mitteleuropas mitnahm: das „Land der erloschenen Vulkane“ (Kraina Wygasłych Wulkanów) im Südwesten Polens. Mittendrin liegt Wojcieszów, die zweitjüngste Partnerstadt der Kunigundengemeinde. Einen Steinwurf entfernt über die Straße, an der Niester Straße 5, wurde ein etwas großformatigeres Kunstwerk ebenfalls eingeweiht: Das Wandgemälde „Zwei Orte, eine Freundschaft“ des Künstlers Marcello di Camillo aus der italienischen Partnerstadt Bertinoro. Das besondere Projekt zeigt eine Umarmung zweier Menschen. Bürgermeister Arnim Roß begrüßte herzlich alle Anwesenden und die Assesorin Silvia Federici aus Bertinoro, sowie den Bürgermeister aus Wojcieszów, Slawomir Maciejczyk.
Eine Umarmung als künstlerischer Dialog
Eine besondere Bedeutung liegt in der Gestaltung der Gesichter: Auf dem Wandgemälde, das auf einer Hauswand in der Niester Straße 5 zu bewundern ist,ist das Gesicht eines Mädchens aus Bertinoro sichtbar und damit Kaufungen zugewandt. Das Gegenstück in Bertinoro zeigt das Gesicht eines Jungen aus Kaufungen, der seinerseits der italienischen Partnergemeinde zugewandt ist. Beide Jugendliche sind Teil des internationalen Bandprojektes „Rock E45“. So entstand ein künstlerischer Dialog über Ländergrenzen hinweg – Ein sichtbares Zeichen der Verbundenheit und des gegenseitigen RespektsKünstler Di Camillo malte das Bild in der Woche vor Beginn des Heimatfestes. Silvia Federici, stellvertretend für Bertinoros Bürgermeister Filippo Scogli, durch Krankheit verhindert, sagte: „Diese Umarmung ist für alle! In ganz Europa, auf der ganzen Welt sollte Frieden herrschen – denn das ist das Wichtigste.“
Marcello Di Camillo ist, seit er denken kann, künstlerisch aktiv und malt oft auf speziellen Untergründen wie recyceltem Holz, alten Türen oder Fenstern. Er ist Teil eines Kooperationsprojekts namens Paesi Plurali („Mehrere Länder“) und setzt in diesem Rahmen ganzjährig vor allem Partizipations-Projekte um, von Malerei bis Theater.
Kunst, die verbindet: Ein Zeichen der Freundschaft
Auch die Fotoausstellung ist weit mehr als eine Dokumentation außergewöhnlicher Landschaften: Sie ist Ausdruck der jungen Städtepartnerschaft zwischen Kaufungen und Wojcieszów, die seit 2024 mit Leben gefüllt wird. Die Fotografen Dawid Wolski, Mariusz Niezgoda, Marzena Szkutnik, Ewa Rogowicz, Przemysław Rogal, Szymon Rogowicz und Sylwiusz Godyn haben mit ihren eindrucksvollen Motiven die einzigartige Landschaft Wojcieszóws und des UNESCO-Weltgeoparks festgehalten. Gedruckt wurden die großformatigen Fotografien auf Dibondplatten. Die Ausstellung lädt dazu ein, die Heimat unserer polnischen Freundinnen und Freunde kennenzulernen, kulturelle Brücken zu schlagen und die europäische Partnerschaft auf besondere Weise erlebbar zu machen.
Die Ausstellung kann noch bis zum 31. Dezember 2026 im Rathaus zu den regulären Öffnungszeiten besucht werden. Der Eintritt ist frei.