Auftakt zum Klimaanpassungskonzept – Bürgerinnen und Bürger aktiv beteiligt

Wie kann sich die Kunigundengemeinde auf die Folgen des Klimawandels vorbereiten? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Gemeinde im Rahmen der Erstellung ihres Klimaanpassungskonzeptes. Den offiziellen Auftakt bildete am 22. Juni eine öffentliche Informations- und Beteiligungsveranstaltung im Großen Saal des Bürgerhauses Kaufungerwald.

Rund 40 Menschen nahmen an der Veranstaltung teil. Auch für Bürgerinnen und Bürger, die nicht selbst vor Ort sein konnten, wurde eine Lösung angeboten: Die Veranstaltung wurde online übertragen.
Bürgermeister Arnim Roß begrüßte die Teilnehmenden und führte in das Thema ein. Er erläuterte die Unterschiede zwischen Klimaschutz und Klimaanpassung und ordnete das entstehende Klimaanpassungskonzept in die bestehenden Gemeindeentwicklungskonzepte ein.

Anschließend stellte der Klimaanpassungsmanager Julius Krause das Projekt sowie die Förderkulisse vor. In einer interaktiven Umfrage konnten die Teilnehmenden ihre Einschätzungen und Erfahrungen einbringen. Abgefragt wurden unter anderem der Wohnort (Ortsteil), die persönliche Betroffenheit durch Klimafolgen sowie Assoziationen zum Thema Klimaanpassung. Weiter stellte Krause Beispiele für Klimaanpassungsmaßnahmen aus Kaufungen und anderen Regionen vor und erläuterte die zentralen Fragen des Klimaanpassungskonzepts. „Wenn wir wissen, welche Risiken für Kaufungen durch den Klimawandel bestehen, welche Bereiche besonders betroffen sind und wie sich das lokale Klima entwickelt, können wir gezielt Maßnahmen ableiten, um die Gemeinde wirksam an die Folgen anzupassen“, so Krause.

Den fachlichen Schwerpunkt bildete der Vortrag von Sebastian Kupski vom Institut für Klima- und Energiekonzepte (INKEK GmbH) aus Lohfelden. Er erläuterte den städtischen Hitzeinseleffekt und stellte Ergebnisse der Klimaanalyse für Kaufungen vor. Dazu gehören unter anderem Kaltluftbewegungen im Gemeindegebiet sowie Bereiche mit erhöhter Hitzebelastung. Zudem wurden die Analysen der Starkregengefahrenkarte erläutert. Ergänzend gab Kupski Einblicke in die Entwicklung klimatischer Kenngrößen. Dazu zählten sogenannte Klimakenntage, der beobachtete Anstieg der Durchschnittstemperaturen sowie Klimaprojektionen für die kommenden Jahrzehnte.

Die anschließende Fragerunde wurde intensiv genutzt und zeigte das große Interesse der Bevölkerung am Thema Klimaanpassung. Neben Rückfragen zu den klimatischen Entwicklungen und dem Inhalt des Konzepts wurden auch zahlreiche Hinweise und Anregungen für mögliche Maßnahmen eingebracht.

Im zweiten Veranstaltungsteil informierte Dr. Janalisa Hahne (INKEK GmbH) über die vergangenen und nächsten Schritte im Planungsprozess sowie über weitere Beteiligungsmöglichkeiten. Vorgestellt wurden insbesondere die Online-Beteiligungskarte, mit der Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit haben, Orte in Kaufungen zu benennen, welche besonders von Hitze betroffen sind, besonders angenehm bei Hitze sind oder wo aus der eigenen Wahrnehmung ein Problem mit Starkregen bestehen könnte. „Klimaanpassung lebt von lokaler Expertise: Mit der Beteiligungskarte möchten wir das Wissen der Bürgerinnen und Bürger abfragen, um hitzebelastete Orte, angenehme Rückzugsräume und potenzielle Starkregenrisiken direkt aus der Wahrnehmung vor Ort sichtbar zu machen und in die Planung einfließen zu lassen“, erklärt Dr. Janalisa Hahne. Die Karte ist online abzurufen unter: https://kaufungen.inkek-klima.de/