Kaufungen war Gastgeber der 100. Veranstaltung der Wasserwerksnachbarschaft des Landkreises Kassel

Die örtlichen Wasserwerke tragen eine große Verantwortung für die sichere und zuverlässige Trinkwasserversorgung vor Ort. Damit diese Aufgabe auch künftig erfolgreich bewältigt werden kann, sind Fachwissen, Erfahrung und ein guter Austausch unter den Verantwortlichen besonders wichtig. Einen wichtigen Beitrag dazu leistet die Wasserwerksnachbarschaft des Landkreises Kassel. Sie ist eine von heute nur noch 16 bestehenden Wasserwerksnachbarschaften in Hessen.

Im Kaufunger Bürgerhaus kam die Wasserwerksnachbarschaft nun zu ihrer 100. Veranstaltung zusammen. Erster Beigeordneter der Kunigundengemeinde Kaufungen, Stefan Röttger, sowie Kreisbeigeordneter Thomas Ackermann richteten Grußworte ans Publikum und betonten die Wichtigkeit des Netzwerkes, das seit seiner Gründung im Jahr 1987 für fachlichen Austausch, kollegiale Unterstützung und eine enge Vernetzung innerhalb der lokalen Wasserversorgung steht.

Was vor fast 40 Jahren mit einer kleinen Gruppe engagierter Kolleginnen und Kollegen begann, ist inzwischen zu einem festen und lebendigen Netzwerk gewachsen. Heute nehmen mehr als 50 Fachleute regelmäßig an den Veranstaltungen teil. Neben den Wasserversorgern der Städte und Gemeinden gehören auch Vertreterinnen und Vertreter von Behörden, Planungsbüros, Unternehmen und dem Fachhandel zum Teilnehmerkreis.

Das 100. Treffen bot Gelegenheit, auf die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte zurückzublicken und das Erreichte zu würdigen. Gleichzeitig richtete sich der Blick nach vorne: Welche Herausforderungen kommen auf die Wasserversorgung zu und wie kann sie auch unter veränderten Rahmenbedingungen sicher und zukunftsfähig aufgestellt werden?

Neben der Würdigung langjähriger Weggefährtinnen und Weggefährten ließ Jürgen Christmann, ehemaliger Vorsitzender der Wasserwerksnachbarschaft, die Historie des Netzwerkes Revue passieren. „Das Ziel war praxisorientierte Netzwerke für das technische Personal von Trinkwasserversorgern zu schaffen und eine ständige Weiterbildung, Erfahrungstausch und gegenseitige Unterstützung sicherzustellen“, erklärte Christmann, „Neben den Wassernachbarschaftstagen haben wir in den fast vier Jahrzehnten auch 34 Fahrten zu Herstellerwerken aus der Wasserversorgung durchgeführt.“ Dabei sei es vor allem darum gegangen, Neues für die tägliche Arbeit kennenzulernen.

Nach kurzweiligen akrobatischen und komödiantischer Einlagen durch den Kaufunger Künstler Gerd der Gaukler folgten zwei Impulsvorträge, die sich mit wichtigen Themen rund um die Wasserversorgung beschäftigten. Rainer Kryschi von der Wasserhygiene GmbH aus Kaarst sprach anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Trinkwasserverordnung über deren Entwicklung und Bedeutung. Mit der Zukunft der regionalen Wasserversorgung beschäftigte sich im Anschluss das Büro Oppermann aus Kassel gemeinsam mit Prof. Morick und Dr. Otter von der Universität Kassel unter dem Titel „Kasseler Trinkwasser soll klimafest werden“. Sie stellten Ansätze und Perspektiven für eine an die Folgen des Klimawandels angepasste Trinkwasserversorgung vor.

Die 100. Veranstaltung der Wasserwerksnachbarschaft hat gezeigt, dass der regelmäßige Austausch nicht an Bedeutung verloren hat. Gerade mit Blick auf neue Anforderungen wie den Klimawandel und veränderte Rahmenbedingungen bleibt die Zusammenarbeit der Fachleute wichtig. Die Wasserwerksnachbarschaft will diesen Austausch auch in Zukunft fortsetzen und damit ihren Beitrag zu einer sicheren Wasserversorgung im Landkreis Kassel leisten.